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Sozialbroschüre, Beratung und Formulare



Mehr Informationen zum Thema du in unserer Sozialbroschüre, die du downloaden oder bestellen kannst. Für Detailfragen kannst du auch gerne das Sozialreferat der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) kontaktieren. Kontakt und Beratungszeiten findest du hier: Sozialberatung. Das Antragsformular für Familienbeihilfe und andere wichtige Formulare findest du auch im Formulare-Bereich des Sozialreferats.


Höhe der Familienbeihilfe



Die Höhe der Familienbeihilfe (FBH) hängt vom Alter des Kindes ab und der Anzahl der Geschwister ab. Für erheblich behinderte Kinder gibt es eine erhöhte FBH.
Die aktuellen Zahlen findest du in unserer Broschüre: Sozialbroschüre.

Kinderabsetzbetrag

Der Kinderabsetzbetrag ist ein steuerlicher Absetzbetrag, der gemeinsam mit der Familienbeihilfe direkt an die Eltern, also die zum Unterhalt Verpflichteten, ausbezahlt wird. Er dient zur steuerlichen Anerkennung der Unterhaltsleistungen der Eltern an ihre Kinder. Die Voraussetzung für den Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag ist der Bezug der FBH. Die aktuellen Zahlen findest du in unserer Broschüre: Sozialbroschüre.


Anspruchsvoraussetzungen



Anspruch auf FBH für ihre Kinder haben grundsätzlich

  • österreichische Staatsbürger_innen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen im Inland haben.
  • ausländische Staatsbürger_innen, die sich auf Grund einer Aufenthaltsberechtigung nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) rechtmäßig in Österreich aufhalten oder denen Asyl gewährt wurde,

Wer Anspruch auf eine gleichartige ausländische Beihilfe (z.B. Kindergeld, Kinderzulage, etc.) hat, hat keinen Anspruch auf Familienbeihilfe. Österreichischen Staatsbürger_innen gebührt jedoch eine Ausgleichszahlung, wenn die gleichartige ausländische Beihilfe geringer ist als die FBH, die nach dem Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG) zu gewähren wäre.

WICHTIG: Anspruch auf FBH besteht nur, wenn das Kind auch zum Haushalt der Person gehört, die die Familienbeihilfe beantragt. Gehört das Kind nicht zum Haushalt der Person, hat diese nur Anspruch auf FBH, wenn sie für das Kind überwiegend den Unterhalt leistet, und keine andere Person für das Kind Anspruch auf FBH hat. Die Haushaltszugehörigkeit gilt nicht als aufgehoben, wenn das Kind für Zwecke der Berufsausübung notwendigerweise am Ort der Berufsausübung eine Zweitunterkunft bewohnt. Zusätzlich darf das Kind sich nicht vollständig oder überwiegend im Ausland aufhalten, außer es hält sich in einem Mitgliedsstaat der EU/des EWR auf. Eine weitere Ausnahme gilt für Studierende, die sich nur zum Zweck einer nachweisbaren Berufsausbildung im Ausland aufhalten. Trägt der_die Anspruchsberechtigte (Elternteil) überwiegend den Unterhalt, so steht trotzdem die FBH zu, da der oder die Auszubildende weiterhin dem Haushalt des_der Antragstellers_Antragstellerin zuzurechnen ist.


Altersgrenze



Grundsätzlich haben Eltern für minderjährige Kinder (d.h. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) Anspruch auf FBH, für volljährige Kinder dann, wenn diese in Berufsausbildung sind. Genauer: Wenn du für einen Beruf ausgebildet wirst oder dich in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortbildest und dir durch den Schulbesuch die Ausübung eines Berufes nicht möglich ist. Die Altersgrenze für die FBH ist grundsätzlich der 24. Geburtstag.

Bis zum 25. Geburtstag kann die Familienbeihilfe nur dann bezogen werden, wenn:

  • das Kind in dem Monat, in dem es das 24. Lebensjahr vollendet, den Präsenz- oder Zivildienst oder den Ausbildungsdienst (für Frauen beim Bundesheer) leistet oder davor geleistet hat.
  • das Kind vor Vollendung des 24. Lebensjahres ein Kind geboren hat oder an dem Tag, an dem es das 24. Lebensjahr vollendet, schwanger ist.
  • das Kind erheblich behindert ist.
  • das Kind vor Vollendung des 19. Lebensjahres ein Studium beginnt, dessen gesetzliche Studiendauer zehn Semester (oder mehr) beträgt, vorausgesetzt die gesetzliche Studiendauer wird nicht überschritten oder das Studium vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen (z.B. Medizinstudium).
  • das Kind vor Vollendung des 24. Lebensjahres ein "Freiwilliges Soziales Jahr" im Inland absolviert hat.

Voraussetzung bleibt aber immer, dass das volljährige Kind eine Berufsausbildung absolviert. In der Praxis ergibt sich, dass der Anspruch auf FBH in vielen Fällen schon vor Erreichen der Altersgrenze endet, da zusätzlich die Mindeststudienzeit pro Abschnitt um nicht mehr als ein Semester überschritten werden darf (nur für erheblich behinderte Studierende gilt diese Semesterbeschränkung nicht).

WICHTIG: Wenn du die FBH aufgrund deines Alters nicht mehr erhältst, empfehlen wir dir, einen Antrag auf Studienbeihilfe zu stellen. Die FBH wird nämlich von der Studienbeihilfe abgezogen, eventuell könntest du dann – wenn du die anderen Kriterien (soziale Bedürftigkeit und Studienleistung, etc.) erfüllst – Studienbeihilfe beziehen.

Sonderfälle


Verheiratete/geschiedene Studierende

Für verheiratete oder geschiedene Kinder besteht nur dann ein Anspruch, wenn die Eltern noch zur Unterhaltsleistung verpflichtet sind. Dies ist dann der Fall, wenn der_die Ehepartner_in nach seinen_ihren Lebensumständen nicht zur Unterhaltsleistung verpflichtet ist, insbesondere solange er_sie sich noch selbst in Berufsausbildung befindet. Haben die Eltern nur einen Teil des Unterhalts zu leisten, so muss der Unterhaltsanteil der Eltern überwiegen, damit ein Anspruch auf FBH gegeben ist. Liegt eine Unterhaltspflicht der Eltern vor und kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, so gebührt die FBH dem verheirateten_geschiedenen Kind selbst.

Studierende, die vor dem Studium berufstätig waren

Beendest du deine Berufstätigkeit, durch die kein Anspruch auf FBH gegeben war, nunmehr und beginnst bzw. setzt dein Studium fort, so steht dir auch wieder FBH zu. Gehörst du zum Haushalt eines Elternteils bzw. trägt ein Elternteil die Unterhaltskosten überwiegend, so ist dieser anspruchsberechtigt, sonst du selbst.

HINWEIS: Studierende, die sich vor dem Studium (genauer gesagt vor der ersten Zuerkennung von Studienbeihilfe) zumindest vier Jahre selbst erhalten haben, können unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf ein Selbsterhalter_innenstipendium haben.


Antrag und Verfahren


Wer kann die Familienbeihilfe beantragen?

  • Eltern: Wenn du zum Haushalt eines deiner Elternteile gehörst, gebührt die FBH diesem Elternteil. Studierende zählen auch weiterhin zum Haushalt ihrer Eltern gehörig, wenn zum Zwecke der Ausbildung notwendigerweise eine Zweitunterkunft bewohnt wird. Wenn du bei keinem Elternteil mehr wohnst, gebührt sie dem Elternteil, der die Unterhaltskosten für dich überwiegend trägt.
  • Du selbst: Du kannst dir die FBH direkt aufs Konto ausbezahlen lassen. Dafür musst du das Formular "Direktausbezahlung der Familienbeihilfe" ausfüllen (Unterschrift der Eltern erforderlich) und beim Wohnfinanzamt abgeben. Darüber hinaus kann auch ein Eigenanspruch auf Familienbeihilfe bestehen, wenn du (überwiegend) selbst für deinen Unterhalt aufkommst.


Wie beantrage ich Familienbeihilfe?

Zuständig ist immer das Wohnsitzfinanzamt des_der Antragsteller_in. Einzureichen sind folgende Unterlagen: ausgefülltes Formular „Antrag auf Gewährung der Familienbeihilfe“, Kopie des Meldezettels, Fortsetzungsbestätigung und das letzte Studienblatt, ev. zusätzlich das Formular „Antrag auf erhöhte Familienbeihilfe aufgrund von Behinderung“, wenn du selbst die FBH beantragst, zusätzlich das Antragsformular "Direktausbezahlung der Famililenbeihilfe"

Anspruchsverjährung

Das Recht auf Auszahlung von FBH aufgrund bescheinigter Ansprüche verjährt in fünf Jahren gerechnet vom Ende des Kalendermonats, für den die FBH gebührt hat. Die FBH wird auch höchstens für fünf Jahre rückwirkend von der Antragstellung gewährt.

Meldepflicht

Alle Tatsachen, die Auswirkungen auf die FBH haben können (z.B. ein Studienwechsel oder Überschreitung der Verdienstgrenze), sowie Änderungen des Namens oder der Anschrift müssen innerhalb eines Monats, gerechnet vom Tag des Bekanntwerdens der Tatsachen, dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.


Anspruchsdauer und Verlängerung des Beihilfenbezuges



Die Anspruchsdauer beträgt bei Bachelorstudien mit sechs Semestern Mindeststudienzeit die Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester (bei weniger als sechs Semestern Mindeststudienzeit: ein Toleranzsemester). Bei Masterstudien gibt es generell zwei Toleranzsemester. Bei Diplomstudien gibt es pro Abschnitt ein Toleranzsemester, wird es nicht in Anspruch genommen, kann es in den nächsten Abschnitt "mitgenommen" werden.

Folgende wichtige Gründe können zu einer Verlängerung der Anspruchsdauer führen:

  • Unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis: Wer während der Anspruchsdauer wegen einer Erkrankung mindestens 3 Monate ununterbrochenwesentlich am Studium behindert ist und dies durch ein fachärztliches Attest nachweisen kann, kann in dem jeweiligen Abschnitt ein zusätzliches Semester FBH beziehen. Ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis liegt aber z.B. auch dann vor, wenn es zu Behinderungen im Studien- und Prüfungsbetrieb kommt, die es dem einzelnen oder der einzelnen Studierenden ohne sein oder ihr Verschulden unmöglich machen, den Studienabschnitt in der vorgesehenen Zeit zu absolvieren.
  • Auslandssemester: Wer während der Anspruchsdauer ein Auslandssemester absolviert, das mindestens 3 Monate dauert, kann ebenfalls ein Verlängerungssemester in dem jeweiligen Abschnitt in Anspruch nehmen.
  • Mutterschutz, Pflege und Erziehung eines Kindes: Der Ablauf der Studienzeit wird während der Zeit des Mutterschutzes (in der Regel 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) und während der Zeit der Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zum vollendeten 2. Lebensjahr gehemmt. Diese zwei Jahre zur Pflege und Erziehung des eigenen Kindes können entweder von der Mutter oder vom Vater jeweils im Ausmaß von vollen Semestern wahrgenommen werden (z.B. 2 Semester von der Mutter und dann 2 Semester vom Vater). Nach den jeweils wahrgenommenen Semestern läuft dann die Semesterzählung ganz normal weiter.
  • ÖH-Tätigkeit: Wenn du als Erstsemestrigentutor_in oder ÖH-Mitarbeiter_in jeder Ebene sowie in Gremien tätig bist, kann das auch die Anspruchsdauer für deine FBH erhöhen.

WICHTIG: Beachte bitte, dass diese Gründe nur dann zu einer Verlängerung der Anspruchsdauer führen können, wenn sie vor Ablauf der „regulären“ Anspruchsdauer eingetreten sind.

BEISPIEL: Nach Ablauf des Toleranzsemesters wird die Auszahlung der FBH eingestellt, da die 1. Diplomprüfung noch nicht abgelegt wurde. Eine im folgenden Semester auftretende Erkrankung kann nicht zu einer Verlängerung der Anspruchsdauer führen.


Leistungsnachweis



Der Leistungsnachweis über 8 Semesterwochenstunden (SWS) oder 16 ECTS-Punkten aus Pflicht- und Wahlfächern oder einer Teildiplomprüfung oder einem Teilrigorosum ist nach dem 1. Studienjahr zu erbringen. Freifächer oder Ergänzungsfächer zählen, wenn sie für deinen Studienabschluss vorgesehen sind. Es gelten alle im Studienplan vorgesehenen Prüfungen.

Hast du den Leistungsnachweis einmal erbracht, kannst du für die restliche Mindeststudienzeit des 1. Abschnitts plus 1 Toleranzsemester Familienbeihilfe bzw. für die Mindeststudienzeit zuzüglich zwei Toleranzsemester beziehen. Bei einer Aufforderung durch das Finanzamt musst du aber auch nach dem 1. Studienjahr ein ernsthaftes und zielstrebiges Studium nachweisen können. Nach Ablegung der 1. (2.) Diplomprüfung besteht der Anspruch auf Familienbeihilfe für den 2. (3.) Abschnitt.

WICHTIG: Studierende, die nach dem 1.Semester das Studium wechseln, können den Leistungsnachweis aus beiden Studienrichtungen erbringen.

Kannst du den Leistungsnachweis nicht erbringen, so wird die FBH solange eingestellt, bis du neuerlich 8 SWS oder eine Teilprüfung der 1. Diplomprüfung erbringen kannst. Die Stunden aus dem vorigen Studienjahr können nicht mehr verwendet werden. Studierende, die nach den ersten beiden Semestern, also in der Zulassungsfrist des 3. Semesters das Studium wechseln, müssen ebenfalls einen Leistungsnachweis aus dem 1. Studienjahr erbringen. Können sie das nicht, dann müssen sie den Leistungsnachweis aus dem neuen Studium erbringen. Sie erhalten aber bis zur Erbringung des Leistungsnachweises keine FBH. Die Monate bzw. Semester in der neuen Studienrichtung, die dann bis zur Erbringung des Leistungsnachweises benötigt werden, werden aber bei der Anspruchsdauer trotzdem mitgezählt.

Doppelstudium

Studierende, die ein Doppelstudium betreiben, müssen sich auf ein Studium festlegen, das zu ihrem "Hauptstudium" wird. Sie beziehen die FBH nur für dieses Studium und müssen daher den Leistungsnachweis nach den ersten beiden Semestern und die Ablegung der 1. bzw. 2. Diplomprüfung aus eben diesem Studium nachweisen. Ein Wechsel auf das andere Studium gilt grundsätzlich als Studienwechsel und unterliegt den entsprechenden Regelungen. Die im anderen Studium bereits inskribierten Semester werden für die Anspruchsdauer berücksichtigt.

Nachweiszeitraum für den Leistungsnachweis

Studienbeginn im Wintersemester

Für Studierende, die ihr Studium im Wintersemester beginnen, läuft der Nachweiszeitraum bis zum 30. November des folgenden Jahres. Bis dahin müssen die erforderlichen Prüfungen für den Leistungsnachweis abgelegt werden, damit ab dem 3. Semester weiterhin Anspruch auf FBH besteht. Der Zeitpunkt, bis zu dem der Leistungsnachweis vorgelegt werden sollte, ist grundsätzlich der 30. September. Die Auszahlung der FBH wird ab Oktober (vorübergehend) eingestellt, wenn der Leistungsnachweis nicht bis 30. September dem Finanzamt vorliegt. Falls du erst im Oktober oder November die erforderlichen Prüfungen ablegst, kannst du den Leistungsnachweis natürlich nicht bis 30. September dem Finanzamt vorlegen. Das bedeutet aber nicht, dass du die FBH verlierst, diese wird allerdings erst im Nachhinein ausbezahlt, sobald du den Leistungsnachweis eingereicht hast. Maßgeblich ist immer das Datum der Prüfung, nicht wann du den Leistungsnachweis vorlegst.

Studienbeginn im Sommersemester

Bei Studienbeginn im Sommersemester erstreckt sich der Nachweiszeitraum über drei Semester (also vom 1. März bis zum 30. November des Folgejahres), allerdings sind in diesem Fall 12 SWS bzw. 24 ECTS-Punkte oder eine Teilprüfung der ersten Diplomprüfung bzw. des 1. Rigorosums plus vier SWS oder zwei Teildiplomprüfungen zu erbringen.

Verlängerung des Nachweiszeitraumes für den Leistungsnachweis

Kommt es zu einer Studienbehinderung infolge eines unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignisses (z.B. Krankheit) oder zu einem nachgewiesenen Auslandsstudium, kann der Nachweiszeitraum verlängert werden. Eine Studienbehinderung von mindestens 3 Monaten bewirkt eine Verlängerung des Nachweiszeitraumes um ein Semester. Diese Studienbehinderung muss durch geeignete Beweismittel glaubhaft gemacht werden (z.B. durch ein fachärztliches Attest, etc.). Zeiten des Mutterschutzes, Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres hemmen den Ablauf des Nachweiszeitraumes, d.h. die Nachweispflicht kann bis zum vollendeten 2. Lebensjahres des Kindes ausgesetzt werden.
Sobald du die geforderte Stundenanzahl erreicht hast, holst du dir die Bestätigung deines Studienerfolges (die sog. „FLAG-Bestätigung“) bei der zuständigen „Zeugnisausgabestelle“ deiner Universität bzw. PH oder FH (die heißen überall unterschiedlich zB. Evidenzstelle, Dekanat oder bei dem Studienpräses bzw. der Studienpräses). An einigen Universitäten wird dir die Bestätigung auch automatisch zugeschickt. Diese FLAG-Bestätigung reichst du so bald wie möglich beim Finanzamt ein, um eine fortlaufende Auszahlung der FBH zu gewährleisten.


Studienwechsel



Was einen Studienwechsel betrifft, gilt für die FBH grundsätzlich dasselbe wie für die Studienbeihilfe. Man darf insgesamt zweimal das Studium wechseln und das vorangegangene Studium darf nicht mehr als zwei Semester inskribiert worden sein, d.h. der Studienwechsel muss spätestens in der Zulassungsfrist des 3. Semesters erfolgen

Wenn du öfter als zweimal einen Studienwechsel vornimmst, verlierst du den Anspruch auf Familienbeihilfe für immer. Wenn du nach dem dritten Semester gewechselt hast, verlierst du auch den Anspruch auf Familienbeihilfe, kannst ihn aber ev. später wieder erlangen (siehe dazu etwas weiter unten).

Kombinationspflichtige Studien

Wenn du noch nach einem „alten“ Studienplan studierst und deine Studien kombinationspflichtig sind, gilt jede Änderung der Studienrichtung oder Kombination von Studienrichtungen als Studienwechsel. Auch die Änderung nur einer von zwei kombinationspflichtigen Studienrichtungen ist ein Studienwechsel. Ebenso gilt die Rückkehr zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen eine andere Studienrichtung betrieben wurde, als Studienwechsel.

Doppelstudium

Bei einem Doppelstudium ist dem Finanzamt anzugeben, welches Studium für den Familienbeihilfenbezug (hinsichtlich der Semesterzählung sowie des Leistungsnachweises) maßgeblich ist. Soll in der Folge das andere Studium das "Hauptstudium" sein, so gilt dies als Studienwechsel. Allerdings werden die im anderen Studium bereits inskribierten Semester berücksichtigt und auch ein entsprechender Leistungsnachweis aus dem anderen Studium muss vorliegen.

Nicht als Studienwechsel gelten:

  • Studienwechsel, bei denen die gesamten Vorstudienzeiten (nicht Prüfungen, sondern Semester!) in die neue Studienrichtung eingerechnet werden. Die Anrechnung der Vorstudienzeiten erfolgt wie bei der Studienbeihilfe anhand der anrechenbaren Prüfungen (siehe auch Studienwechsel bei der Studienbeihilfe).
  • Studienwechsel, die durch ein unabwendbares Ereignis ohne Verschulden des oder der Studierenden zwingend herbeigeführt wurden. Also z.B: bleibende Handverletzung bei Klavierstudium; Chemiestudent_in ist gegen bestimmte Laborstoffe allergisch; eine Studienrichtung wird mit einer anderen zusammengelegt, es kommt daher ohne Verschulden des _ der Studierenden zu einem Studienwechsel.
  • der Umstieg auf den neuen Studienplan.
  • ein Wechsel des Studienorts bei gleichbleibender Studienrichtung (Ausnahmen möglich).

Wenn du das Studium zu spät, also nach dem dritten inskribierten Semester gewechselt hast, gibt es eine Möglichkeit, den Anspruch auf FBH später wieder zu erlangen. Ein Studienwechsel nach dem 3. inskribierten Semester ist nicht mehr zu beachten, wenn du in dem nunmehr gewählten Studium so viele Semester zurückgelegt hast wie in den zuvor betriebenen Studien. Ein entsprechender Leistungsnachweis aus dem nunmehr betriebenen Studium muss natürlich auch vorliegen. Zeiten, die in dem neuen Studium bereits vor dem Studienwechsel absolviert wurden (Doppelstudium), sind zu berücksichtigen - verkürzen also die Wartefrist. Auch wenn dir Prüfungen aus dem Vorstudium angerechnet werden, verkürzt das die Wartefrist.


Rückzahlung der Familienbeihlfe



Wenn der Leistungsnachweis nach dem 1. Studienjahr nicht vollständig erbracht wird, ist eine Rückzahlung der bezogenen Familienbeihilfe grundsätzlich nicht vorgesehen! Wenn aber aus den Umständen hervorgeht, dass ein "ernsthaftes und zielstrebiges Studium" gar nicht vorliegt (z.B. Abmeldung zwei Monate nach der Zulassung, keine einzige Prüfung absolviert), ist es nicht ausgeschlossen, dass das Finanzamt die FBH zurückfordert.

WICHTIG: Wenn du den Leistungsnachweis nicht erbracht hast, jedoch nach Ablauf des Nachweiszeitraumes das Finanzamt irrtümlich weiter die FBH auszahlt, so ist diese zu Unrecht bezogene FBH auch zurückzuzahlen. Außerdem wird die FBH zurückgefordert, wenn die Verdienstgrenze überschritten wurde.

Rechtsmittel

Solltest du die FBH deiner Meinung nach zu Unrecht nicht mehr bekommen, wende dich an dein ÖH-Sozialreferat: Sozialberatung. Eine Möglichkeit ist, erneut einen Antrag auf FBH zu stellen. Wenn du dann einen abweisenden Bescheid bekommst, kannst du gegen den Bescheid Berufung erheben.


Verdienstgrenze



Für ein Kalenderjahr, das nach dem Kalenderjahr liegt, in dem du das 19. Lebensjahr vollendet hast, vermindert sich der Anspruch auf FBH um jenen Betrag, den dein zu versteuerndes Einkommen 10.000 Euro übersteigt. Das zu versteuernde Einkommen ist nach den einkommensteuerrechtlichen Bestimmungen zu ermitteln. Vereinfacht gesagt ist das zu versteuernde Einkommen das Bruttoeinkommen abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge, der Arbeiterkammerumlage, der Werbungskosten (Betriebsausgaben), der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen.

Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens bleiben folgende Einkünfte außer Betracht:

  • Einkünfte, die vor oder nach Zeiträumen erzielt werden, für die Anspruch auf FBH besteht,
  • Lehrlingsentschädigungen,
  • Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse,
  • einkommensteuerfreie Bezüge (z.B. Studienbeihilfe),
  • außerdem werden nach den Durchführungsrichtlinien das 13. und 14. Gehalt nicht berücksichtigt.

Werbungskosten sind Ausgaben, die beruflich veranlasst sind, also in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Sonderausgaben sind z.B. Versicherungsprämien für eine Lebensversicherung, Kosten für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung, Kirchenbeiträge und Steuerberatungskosten.

Außergewöhnliche Belastungen sind Ausgaben, die außergewöhnlich sind, zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. Dazu gehören z.B. Aufwendungen für Heilbehelfe oder Hilfsmittel (Hörgerät, Rollstuhl, usw.), Krankenhauskosten oder Kurkosten, soweit nicht durch eine Versicherung Kostenersatz geleistet wird.

WICHTIG: Beachte bitte, dass die Geringfügigkeitsgrenze natürlich nach wie vor für die Sozialversicherung gilt. D.h. wenn du als Dienstnehmer_in über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze verdienst, bist du pflichtversichert (kranken-, unfall- und pensionsversichert) und musst daher auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Sonderfall Waisenpension



Was Waisenpensionen betrifft, gibt es hinsichtlich der Nebeneinkünfte eigene Regelungen. Allgemein gilt, dass der Anspruch auf Waisenpension aufrecht bleibt, wenn das Studium die Arbeitskraft überwiegend beansprucht. In den Ferien darf üblicherweise ohne Beschränkung dazuverdient werden. Wenn du eine Waisenpension beziehst, wende dich für nähere Auskünfte bitte an die zuständige Pensionsversicherungsanstalt, denn im Detail sind die Regelungen zwischen den einzelnen pensionsauszahlenden Stellen unterschiedlich.