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Broschüren, Beratung und Formulare

Sozialbroschüre

Alle wichtigen Informationen findest du im Moment in unserer Sozialbroschüre, die du downloaden oder bestellen kannst. Noch detaillierter ist unsere Sozialversicherungsbroschüre, die ganz dem Thema gesetzliche Sozialversicherung gewidmet ist.

Beratung

Wenn du nach der Lektüre der Broschüren noch Fragen hast, kannst du dich auch an unsere Sozialberatung wenden.

Formulare

Einen Link zu den Antragsformularen für verschiedene Versicherung findest du auch im Formulare-Bereich des Referats für Sozialpolitik.



Krankenversicherung

Oft besteht der Irrglaube, dass jede_r (Studierende) in Österreich automatisch krankenversichert ist. Das ist aber nicht so; wenn keine Pflichtversicherung auf Grund von Erwerbstätigkeit besteht und die Voraussetzungen für die Mitversicherung nicht (mehr) erfüllt sind, bist du nicht krankenversichert. Im Krankheitsfall müsstest du die Kosten für Ärzt_innen oder Spitalsaufenthalte selbst tragen. Daher ist es in so einem Fall ratsam, eine Selbstversicherung abzuschließen.

Achtung Ferienjob: Es kommt immer wieder vor, dass Studierende nach einem Ferienjob, durch den sie pflichtversichert waren, den Versicherungsschutz verlieren. Wenn du also ursprünglich selbstversichert bist und in den Ferien (oder auch außerhalb der Ferien) arbeitest und daher pflichtversichert bist, ist es erforderlich, nach dem Ende der Pflichtversicherung die Selbstversicherung neuerlich zu beantragen!
Allgemeine Selbstversicherung

Im folgenden sind die unterschiedlichen Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Mitversicherung bzw. Selbstversicherung dargestellt.


Mitversicherung

Die Mitversicherung

  • bei den Eltern oder
  • bei der Lebensgefährtin bzw beim Lebensgefährten bzw. Ehepartner bzw Ehepartnerin

ist nur in der Krankenversicherung möglich.

Mitversicherung bei den Eltern

Grundsätzlich hast du bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres die Möglichkeit, dich bei deinen Eltern, Großeltern oder Adoptiveltern mitversichern zu lassen (ausgenommen von dieser Altersgrenze sind behinderte Studierende).
Du musst dem Sozialversicherungsträger allerdings nachweisen, dass du dein Studium „ernsthaft und zielstrebig“ betreibst, wobei es für die einzelnen Abschnitte (ohne Semesterzählung!) unterschiedliche Regelungen gibt. Die folgenden Angaben entsprechen den Regelungen der Gebietskrankenkassen, bei länder- oder berufsspezifischen Krankenkassen kann es aber zu Abweichungen kommen.

Voraussetzung für die Mitversicherung ist,

  • dass entweder Familienbeihilfe für dich bezogen wird oder
  • dass du im 1. Abschnitt nach jedem Studienjahr dem Sozialversicherungsträger einen Leistungsnachweis von 8 Wochenstunden oder einer Teildiplomprüfung erbringst und deine Fortsetzungsbestätigung dem Sozialversicherungsträger schickst.

Im Gegensatz zur Mitversicherung auf Grund des Bezugs von Familienbeihilfe gibt es hier keine Semesterbeschränkung. Solange du den Leistungsnachweis erbringst, kannst du auch noch mitversichert sein, wenn du für den aktuellen Abschnitt länger als die Mindeststudiendauer plus 1 Semester benötigst. Bei Bachelor- und Masterstudien, für die keine Familienbeihilfe mehr bezogen wird, wird von der Gebietskrankenkasse ein Leistungsnachweis von 16 ECTS pro Studienjahr gefordert. In Ausnahmefällen kann der Nachweiszeitraum von einem Studienjahr (= 2 Semester) um ein Semester verlängert werden.

Gründe dafür sind:

  • Krankheit von mehr als 3 Monaten
  • Auslandssemester von mehr als 3 Monaten
  • Geburt und Pflege eines Kindes (hier ist eine Verlängerung bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes möglich)
  • ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis (z.B. Unfall).

Hast du bereits den 1. Abschnitt beendet, brauchst du nur mehr deine Fortsetzungsbestätigungen an den Sozialversicherungsträger schicken.
Die Krankenkasse kann dich aber auffordern, ein „ernsthaftes und zielstrebiges“ Studium nachzuweisen. Beachte außerdem die Altersgrenze (27. Geburtstag)!

Mitversicherung bei deiner Partnerin bzw. deinem Partner

Ist dein Ehepartner bzw. deine Ehepartnerin krankenversichert, besteht die Möglichkeit, dich bei dieser bzw. diesem mitzuversichern.
Dasselbe gilt für die Mitversicherung bei nichtverheirateten Partnern bzw. Partnerinnen, wenn ihr nachweislich (Meldezettel) seit mindestens 10 Monaten in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Der Antrag auf Mitversicherung muss von deiner Partnerin bzw. deinem Partner bei der jeweiligen Krankenkasse gestellt werden. Diese Mitversicherung ist im Gegensatz zur Mitversicherung bei den Eltern an keine Altersgrenze gekoppelt!

Allerdings ist diese Mitversicherung nicht in jedem Fall beitragsfrei. Für die Mitversicherung wird kein Beitrag eingehoben, wenn du:

  • dich der Kindererziehung widmest oder einmal mindestens 4 Jahre hindurch gewidmet hast oder
  • Anspruch auf Pflegegeld zumindest der Stufe 4 hast oder einen erheblich behinderten Versicherten (ab Stufe 4) pflegst oder
  • bei Vorliegen einer sozialen Schutzbedürftigkeit (diese liegt vor allem vor, wenn das monatliche Nettoeinkommen des Versicherten bzw. der Versicherten den Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare bzw. eingetragene Partnerschaften bzw. Partnerinnenschaften (beträgt im Jahr 2017 1 334,17 Euro) nicht übersteigt)
  • oder während des Bezuges von Krankengeld, Wochengeld, Karenzgeld, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.

Wenn keine dieser Ausnahmen vorliegt, ist ein Zusatzbeitrag in die Krankenversicherung zu entrichten, der 3,4% der Beitragsgrundlage der oder des Versicherten beträgt.


Selbstversicherung

Wenn du nicht auf Grund deiner Berufstätigkeit pflichtversichert bist und auch nicht bei Eltern oder Partner_in mitversichert bist (oder sein willst), hast du die Möglichkeit, eine Selbstversicherung abzuschließen. Dabei gibt es verschiedene Varianten:


Studentische Selbstversicherung

Die studentische Selbstversicherung kostet monatlich 56,74 Euro (Stand 2017). Sie ist nicht an ein Höchstalter gebunden, es gelten aber folgende Voraussetzungen:

  • Ordentlicher Wohnsitz in Österreich
  • Dein Einkommen aus beruflicher Tätigkeit darf den Betrag von 10.000 Euro jährlich nicht übersteigen.
  • Du hast das Studium nicht öfter als zweimal oder zu spät gewechselt (gilt nicht für BezieherInnen des Studienabschluss-Stipendiums).
  • Du hast die Mindeststudiendauer deines Studiums plus ein Semester pro Abschnitt um nicht mehr als vier Semester überschritten (Ausnahmen sind bei Vorliegen wichtiger Gründe wie z.B. Krankheit möglich. Außerdem gilt diese beschränkte Semesterzahl nicht für Bezieher bzw. Bezieherinnen eines SAS).

Zu beantragen ist die studentische Selbstversicherung bei der Gebietskrankenkasse (GKK) des Wohnorts.


Selbstversicherung für geringfügig Beschäftigte

Als geringfügig beschäftigter Diensternehmer bzw. beschäftigte Dienstnehmerin (monatliches Einkommen nicht höher als 425,70 €; Stand 2017) bist du nur unfallversichert, hast aber die Möglichkeit, dich um 60,09 Euro pro Monat (Stand 2017) selbst in der Kranken- und Pensionsversicherung zu versichern.

In diesem Fall bist du nicht nur kranken-, sondern auch pensionsversichert. Den Antrag auf Selbstversicherung musst du auch in diesem Fall bei der GKK stellen.


Allgemeine Selbstversicherung

Kommt die studentische Selbstversicherung für dich nicht in Frage, kannst du dich zwar auch bei der GKK selbst versichern, aber zu einem empfindlich höheren Preis.
Der Beitragssatz beträgt derzeit 406,88 Euro pro Monat (Stand 2017). Dieser Betrag kann (und wird in der Regel bei Studierenden) herabgesetzt werden, wenn es aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Versicherten bzw. des Versicherten gerechtfertigt erscheint; d.h. dass du deine finanzielle Situation nachweisen musst. Hier wird vor allem dein Einkommen, aber auch die Unterhaltsleistung der Eltern zur Beurteilung herangezogen. Der zu zahlende Betrag kann nicht weiter als auf ein Viertel des oben genannten Betrages (Stand 2017: 101,72 €) pro Monat herabgesetzt werden.

Stelle mit dem Antrag auf freiwillige Krankenversicherung gleichzeitig einen Antrag auf Herabsetzung der Beitragsgrundlage! Sonst wird jedenfalls zum Höchstsatz eingestuft.


Freiwillige Selbstversicherung für neue Selbstständige (Opting in)

Wenn du Einkünfte als neuer Selbständiger bzw. neue Selbstständige hast, musst du dich ab einem Jahreseinkommen von 5108,40 € (Stand 2017) bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) pflichtversichern.

Wenn deine Einkünfte aus solcher Tätigkeit die oben angeführte Grenze für die Pflichtversicherung nicht überschreiten, hast du die Möglichkeit, bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft die Erklärung abzugeben, dass du kranken- und unfallversichert sein möchtest, auch wenn die Versicherungsgrenze nicht überschritten wird. Dieses freiwillige Opt-in in die Kranken- und Unfallversicherung kostet 50,04 € pro Monat.



Zwei oder Mehr geringfügige Jobs - Auswirkungen auf die Sozialversicherung.

Wenn du mehrere geringfügige Beschäftigungen hast und deine Einkünfte insgesamt die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten, bist du pflichtversichert. Die Sozialversicherungsbeiträge werden dir aber dann nicht von den Arbeitgebern bzw. die Arbeitgeberinnen abgezogen, sondern direkt von der GKK vorgeschrieben. Das gilt allerdings nur, wenn alle Versicherungsverhältnisse derselben Sozialversicherungsregelung unterliegen. Tutorien an der Uni Wien unterliegen bspw nicht dem ASVG, und sind deshalb hier nicht zu berücksichtigen. Solltest du dir diesbezüglich unsicher sein, erkundige dich bei deinem Arbeitgeber oder deiner lokalen ÖH, welche sozialversicherungsrechtliche Regelung auf dich zur Anwendung kommt. Im Zweifel musst du von der Anwendbarkeit des ASVG ausgehen.

Sobald du in einem Monat durch mehrere Dienstverhältnisse die Geringfügigkeitsgrenze von 425,70€ (Stand 2017) überschreitest, solltest du das bei der zuständigen Gebietskrankenkasse melden. Dir werden dann 14,12 % deines Lohnes an Sozialversicherungsbeiträgen vorgeschrieben. Durch die Bezahlung, zu der du verpflichtet bist, bist du in den jeweiligen Monaten sowohl in der Kranken- als auch in der Pensionsversicherung versichert. Du kannst dir einen Teil der so geleisteten Beträge durch die Arbeitnehmer_innenveranlagung zurückholen. Mehr Informationen dazu findest du auf der Homepage der Arbeiterkammer.

Wenn du die Beschäftigung nicht bei der GKK meldest, erfolgt die Vorschreibung in der Regel im auf die Tätigkeit folgenden Kalenderjahr.



Gesetzliche Unfallversicherung

Nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz besteht eine Unfallversicherung

  • für Studierende mit österreichischer Staatsbürger- bzw. Staatsbürgerinnenschaft
  • für zur Studienberechtigungsprüfung zugelassene BewerberInnen
  • für ausländische Studierende, mit deren Herkunftsland ein Sozialversicherungsabkommen besteht oder die im Sinne des § 4 Studienförderungsgesetz gleichgestellt sind oder die anerkannte Flüchtlinge sind.

Diese Unfallversicherung besteht von Gesetzes wegen. Es ist keine Anmeldung oder Antragstellung erforderlich, und es werden von den Versicherten keine Beiträge eingehoben.

Versichert sind jene Unfälle, die sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit dem Studium ereignen. Ein Freizeitunfall fällt also nicht in den Rahmen dieser Versicherung. Geschützt ist auch der Weg zwischen Wohnung/Studienort und zurück.
Der Unfall muss der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) gemeldet werden.



ÖH-Versicherung

Von deinem ÖH-Beitrag entfällt ein Teil auf die ÖH-Versicherung, welche die ÖH für alle Student_innen abgeschlossen hat. Mehr Informationen dazu findest du hier. Die ÖH-Versicherung wird vom Referat für wirtschaftliche Angelegenheiten betreut.