Die Mensa den Studierenden! ÖH fordert Mensenräte und Demokratisierungsprozess an der Mensen GmbH

16. Juni 2026

Ab Herbst wird das 5€-Mensa-Menü flächendeckend an österreichischen Hochschulen ausgerollt. Jetzt präsentiert die ÖH ihre Vision für die Zukunft der Mensen und fordert eine radikale Demokratisierung.

In Österreich werden die meisten Mensen an Hochschulen von der Österreichischen Mensen Betriebsgesellschaft mbH (ÖMBG) betrieben. Die ÖMBG ist seit 1974 eine eigenständige Betriebsgesellschaft und steht im Eigentum der Republik. Die ÖMBG betreibt Mensen an zahlreichen Standorten und erfüllt damit eine zentrale öffentliche Versorgungsfunktion – insbesondere für Studierende.  Trotz dieses öffentlichen Auftrags sind Studierende und ihre gewählten Vertretungen derzeit weitgehend von zentralen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen.

Entscheidungen über die Preisgestaltung, Angebotsstruktur, Nachhaltigkeit oder soziale Ausrichtung werden primär vom Management getroffen, ohne demokratische Mitsprache jener Gruppe, für die Mensen ursprünglich geschaffen wurden. “Studierende wissen am besten, wo man bei den Mensen ansetzen muss und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Wir wollen nicht nur beim Essen mit am Tisch sitzen, sondern auch, wenn über Angebot und Preisgestaltung entschieden wird”,  fordert Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.

Erst im Jänner hat eine umfangreiche ÖH-Umfrage bei der 3€-Mensa-Aktion an der TU Wien gezeigt, dass die Mehrheit der Studierenden die Mensa deutlich häufiger nutzen würde, wenn es eine gerechte Preisgestaltung gäbe. Mehr dazu hier.

Umfangreicher Demokratisierungsprozess gefordert

Um das in Zukunft zu gewährleisten, will die ÖH eine demokratische Umstrukturierung der Österreichischen Mensen Betriebsgesellschaft (ÖMBG), die Studierenden und Mitarbeiter_innen verbindliche Mitbestimmungsrechte einräumt und die Mensen als das begreift, was sie sind: öffentliche Infrastruktur zur sozialen Absicherung von Studierenden. Zu diesem Zweck soll die ÖMBG grundlegend umgebaut werden: Nach dem ÖH-Vorschlag soll künftig eine Generalversammlung als höchstes Organ über  Budget, Preispolitik, Nachhaltigkeitsstrategie sowie die strategische Ausrichtung und die Wahl der Geschäftsführung entscheiden. Hier sollen neben Vertreter_innen des BMFWF auch der Betriebsrat sowie die Österreichische Hochschüler_innenschaft mit jeweils drei Personen vertreten sein. 

Zudem sollen an den einzelnen Mensenstandorten Mensenräte eingeführt werden, um die Mitbestimmung auch auf lokaler Ebene sicherzustellen. Hier sollen auch die lokalen Hochschulvertretungen eingebunden werden, die Leitung der jeweiligen Mensa soll mit beratender Stimme hinzugezogen werden. Die Mensenräte sollen für die Gestaltung der Speisepläne und die Rahmenbedingungen an der jeweiligen Filiale verantwortlich sein. Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz dazu: “Mit einer repräsentativen Generalversammlung und einem Mensarat an jedem Standort wollen wir sicherstellen, dass die Anliegen von Studierenden von der Geschäftsführung ernst genommen werden. Die Mensen gehören jenen, die sie täglich zum Essen und als sozialen Raum nutzen.”

Demokratische Steuerung soll gerechte Preisgestaltung bringen

Die ÖH liefert damit eine Antwort auf das bestehende Preisproblem der österreichischen Mensen, da sie statt der vorherrschenden marktwirtschaftlichen Logik eine sozialpolitische Steuerung vorsieht. Im aktuellen System ist die Österreichische Mensen Betriebsgesellschaft gezwungen, auf steigende Kosten primär mit Preiserhöhungen oder Standortschließungen zu reagieren, da weder eine ausreichende Grundfinanzierung noch eine demokratisch legitimierte Preisfestlegung bestehen. Jetzt müsse die finanzielle Entlastung durch das 5€-Mensa-Menü genutzt werden, um einen umfassenden Demokratisierungsprozess anzustoßen. “Mit dem 5€-Mensa-Menü wird die Mensa wieder erschwinglicher. Jetzt müssen wir auch dafür sorgen, dass sie demokratischer wird. Nur wenn Studierende eingebunden werden, kann langfristig eine gerechte Preisgestaltung garantiert werden”, schließt Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz ab.

Das gesamte Konzept behandelt weitere Forderungen zur Leistbarkeit, Nachhaltigkeit, Transparenz und Qualität der Mensen und kann hier abgerufen werden:

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