Wenn wir vom Black History Month hören, denken viele Menschen, dass er zu den Vereinigten Staaten gehört, jedoch ist es auch hier in Österreich wichtig – denn die Schwarze Geschichte ist Teil der österreichischen Geschichte.
Schwarze Menschen haben bereits während der Habsburgermonarchie in Österreich gelebt und sind heute als Studierende, Arbeiter_innen, Künstler_innen und Bürger_innen hier. Dennoch werden ihre Geschichten selten in Schulen gelehrt oder in der Politik thematisiert. Das ist kein Zufall. Was wir uns merken – und was wir ignorieren – ist immer politisch.
Österreich sieht sich oft gerne als ein Land ohne Rassismus. Dieser wird stattdessen mit anderen Ländern in Verbindung gebracht. Aber der Black History Month erinnert uns daran, dass Rassismus auch hier existiert und dass er eine lange Geschichte hat.
So haben Schwarze Österreicher_innen Diskriminierung in Schulen, auf dem Arbeitsmarkt und bei Begegnungen mit der Polizei erlebt. Indem wir an Persönlichkeiten wie Angelo Soliman oder an Marcus Omofuma erinnern, setzen wir uns mit unangenehmen Wahrheiten auseinander. Das sind österreichische Geschichten, die entsprechende Konsequenzen fordern.
Deshalb ist der Black History Month für die österreichische Politik wichtig.
In Österreich wird der Black History Month hauptsächlich von Gemeinden, Studierenden und Aktivist_innen, wie die Initiative Schwarze Menschen in Österreich und AFRA, organisiert – nicht von der Regierung. Sie nutzen diese Zeit, um aufzuklären, sich zu Wort zu melden, Anerkennung zu gewinnen und strukturelle Veränderungen zu fordern. Dies steht im direkten Zusammenhang mit aktuellen politischen Debatten über Asylpolitik, Migration, Polizeiarbeit, Staatsbürgerschaft, Gleichberechtigung und Menschenrechte und das Fehlen eines nationalen Aktionsplans gegen Rassismus.
Black History Month macht uns darauf aufmerksam, dass die Demokratie gestärkt wird, wenn wir die gesamte Geschichte eines Landes kennenlernen – einschließlich der Schwarzen Geschichte. Eine Gesellschaft kann nur dann gerecht sein, wenn sich alle gesehen und einbezogen fühlen. Die Zukunft Österreichs ist gerechter, wenn seine gesamte Geschichte in Erinnerung bleibt.
Beim Black History Month geht es also nicht darum, die Vergangenheit zu verurteilen. Es geht darum, die Gegenwart zu verstehen. Solange Schwarze Österreicher in ihrem eigenen Land wie Gäste behandelt werden, wird der Black History Month notwendig bleiben. Nicht als ein von anderswo importiertes Fest, sondern als Erinnerung daran, dass Demokratie nur funktioniert, wenn die Geschichte jedes Einzelnen zählt.
Events im Februar 2026 zum Thema „Black History Month”
- 10 Feb — Congolese Cooking Workshop (Fondation La Grande). Mehr Infos
- 14 Feb — Afro Haircare Community Meetup. Mehr Infos
- 20 Feb — Event at Institut für Afrikawissenschaften at University of Vienna (Mehr Infos)
- Throughout Feb – Weltmuseum Wien Program (Mehr Infos)
Wie finde ich mehr Veranstaltungen zum Thema Black Austria:
- BlackAustria.info – zentraler Kalender für Veranstaltungen zum Black History Month und zur Diaspora.
- Universitäten (z. B. Uni Wien) – Kalender der Studentenvereinigungen und Institute.
- Kulturelle Einrichtungen wie das Weltmuseum Wien – auf den Programmseiten finden Sie Vorträge, Workshops und Führungen.


