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Pädagogische Hochschulen und Universitäten:

Keine Studiengebühr zahlen Studierende an österreichischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die

  • Österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger,
  • EU-Bürgerinnen und EU-Bürger,
  • Personen, denen aufgrund völkerrechtlichen Vertrages dieselben Rechte für den Berufszugang zu gewähren sind wie Inländerinnen und Innländer oder
  • Flüchtlinge gemäß der Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge sind,

unter der Vorraussetzung, dass sie die vorgesehene Studienzeit um nicht mehr als zwei Semester (Universitäten) überschreiten. Dies gilt für alle Studierende, unabhängig von ihrem Alter.

Konventionsflüchtlingen ist somit nicht generell die Studiengebühr zu erlassen, sondern nur solange sie in Regelstudiendauer plus zwei Toleranzsemester studieren.

Für ausländische Studierende gilt, dass sie weiterhin Studiengebühren zahlen müssen. An Universitäten müssen Drittstaatsangehörige mit einer Aufenthaltsberechtigung für Studierende grundsätzlich den doppelten Betrag von 726,72 Euro pro Semester bezahlen. Für sie gelten die Erlass- und Rückerstattungsgründe meist nicht.

Die Studiengebühr ist zu erlassen, wenn du zwar die oben genannte Studienzeit überschritten hast, aber

  • nachweislich in einem Semester mehr als 2 Monate durch Krankheit oder Schwangerschaft am Studium gehindert warst oder du dich überwiegend der Betreuung von Kindern (bis zum vollendeten 7. Lebensjahr oder einem allfälligen späteren Schuleintritt) gewidmet hast.
  • im Kalenderjahr vor dem jeweiligen Semesterbeginn erwerbstätig warst und ein Jahreseinkommen in Höhe der 14-fachen Geringfügigkeitsgrenze (5683,72 € Stand 2015) oder mehr erzielt hast (die Grenze ändert sich jedes Jahr)
  • wenn eine Behinderung mit mindestens 50% festgestellt wurde.
  • Wenn du im letzten Semester Studienbeihilfe bezogen hast oder aktuell beziehst.

Zeiten des Präsenz- oder Zivildienstes verlängern die studienbeitragsfreie Zeit, sofern mehr als zwei Monate des betreffenden Semesters Zeit dafür verwendet werden.

An Universitäten haben Studierende, die beurlaubt sind, keinen Studienbeitrag zu entrichten. An Pädagogischen Hochschulen werden Zeiten einer Beurlaubung – wie der Präsenz- oder Zivildienst - nicht auf die vorgesehene Studienzeit angerechnet.

Außerordentliche Studierende an Universitäten haben unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit einen Studienbeitrag in der Höhe von 363,36 Euro für jedes Semester zu entrichten. An Pädagogischen Hochschulen wird außerordentliche Studierenden der Studienbeitrag erlassen.

Die Regelung wird folgendermaßen umgesetzt:

  • Universitäten und pädagogische Hochschulen müssen bei ihren Studierenden prüfen, ob die vorgesehene Studienzeit um mehr als zwei Semester überschritten wurde. Bereits vor dem Sommersemester absolvierte Zeiten sind einzurechenen.
  • Studierenden, die die beitragsfreie Zeit nicht überschritten haben, ist keine Studiengebühr vorzuschreiben. Diese Studierenden haben nur den so genannten Studierendenbeitrag ("ÖH-Beitrag") zu entrichten.
  • Neu zugelassene ordentliche Studierende haben keine Studiengebühren zu entrichten, da sie die vorgesehen Studienzeit noch nicht überschritten haben können.
  • All jenen Studierenden, die die beitragsfreie Zeit überschritten haben, ist im Rahmen der Meldung der Fortsetzung des Studiums (neben dem "ÖH-Beitrag") die Studiengebühr vorzuschreiben. An Universitäten erhöht sich die Studiengebühr, bei Entrichtung innerhalb der Nachfrist um 10%.
  • Die "vorgesehene Studienzeit" (Mindeststudienzeit) ist jene, die im Curriculum für das jeweilige Studium vorgesehen ist. Für Bachelorstudien hat sie 180 ECTS-Anrechnungspunkte und für Masterstudien mindestens 120 ECTS-Anrechnungspunkte zu betragen, wobei 30 ECTS-Anrechnungspunkte einem Semester entsprechen. Diplomstudien sind in Studienabschnitte gegliedert. Hier orientiert sich die vorgesehene Studienzeit, in der keine Studienbeiträge zu entrichten sind, an den Studienabschnitten.
  • Studierende, die zu mehreren Studien - entweder an derselben oder an einer anderen Universität - zugelassen sind, müssen die Studiengebühr entrichten, sobald in einem der Studien eine Beitragspflicht entsteht und kein Erlassgrund vorliegt. Dies gilt auch für Studierende, die zu einem gemeinsam mit einer Pädagogischen Hochschule eingerichteten Lehramtsstudium zugelassen sind. Bei Mehfachstudien gibt es allerdings unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit einer Rückerstattung (sh. unten).

Für den Erlass der Studiengebühr gilt folgendes:
Wurde der _ die Studierende im Rahmen der Fortsetzung des Studiums von der Universität oder der Pädagogischen Hochschule aufgefordert, die Studiengebühr zu entrichten, kann der _ die Studierende den Erlass der Studiengebühr bei der Universität/Pädagogischen Hochschule beantragen.

Für den Nachweis eines Erlassgrundes sind folgende Dokumente vorzulegen:

  • Hinderung am Studium mehr als zwei Monate durch Krankheit oder Schwangerschaft: Bestätigung durch einen Facharzt
  • Überwiegende Betreuung von Kindern: Geburtsurkunde des Kindes, Meldezettel des Kindes und des/ der betreuenden Studierenden, eidesstattliche Erklärung der oder des Studierenden, dass das Kind überwiegend von ihr oder von ihm betreut wird.
  • Erwerbstätigkeit: Einkommenssteuerbescheid des zuständigen Finanzamtes
  • Behinderung: Behindertenpass des Bundessozialamtes
  • Studienbeihilfe: Bescheid der Stipendienstelle

In Zweifelfällen sollte die Studiengebühr rechtzeitig entrichtet werden, da sonst die Zulassung zum Studium erlöschen könnte.Die Rückerstattung einer bereits entrichteten Studiengebühr, die gemäß den erwähnten Regeln eigentlich nicht hätte entrichtet werden müssen, kann bei der jeweiligen Universität/Pädagogische Hochschule dann im nachhinein beantragt werden.

Im Falle eines Studienwechsels wird die studienbeitragsfreie Zeit für das neue Studium selbstständig berechnet. Die Zählung beginnt somit in der Regel wieder beim 1. Semester. Selbiges gilt für die Aufnahme eines neuen Studiums nach Absolvierung eines vorhergehenden Studiums.

Im Gegensatz zur Familien- und Studienbeihilfe sind die Tätigkeiten für die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft bei der Bestimmung der Studiengebühr nicht gesetzlich geregelt. An vielen Universitäten gibt es jedoch Ausnahmen von der Studiengebühr wegen ÖH-Tätigkeit in der Satzung. Informiere dich bei deiner lokalen ÖH!

Studierende, die Auslandssemester aufgrund verpflichtender Bestimmungen der Studienpläne oder im Rahmen von Mobilitätsprogrammen absolvieren, sind auch weiterhin von der Studiengebühr befreit. Ebenso sind auch weiterhin Sonderbestimmungen für Studierende aus den am wenigsten entwickelten Ländern vorgesehen.

Zusammenfassend ist nochmals festzustellen, dass Studierende für mehrere Studien (auch an mehreren Universitäten) nur maximal einmal die Studiengebühr zu bezahlen haben, sofern sie nicht aufgrund einer der oben geschilderten Bestimmungen davon befreit sind.

Selbiges gilt für mehrere Studien an mehreren pädagogischen Hochschulen und Universitäten, wobei die Befreiung an Universitäten und pädagogischen Hochschulen voneinander getrennt beurteilt wird. So kann es dazu kommen, dass Studierende in ihrer jeweiligen Situation an Universitäten vom Studienbeitrag befreit sind, nicht jedoch an den Pädagogischen Hochschulen. Dies ist auch anders herum möglich. Die Studiengebühr muss aber auf alle Fälle maximal einmal bezahlt werden.

Situation an Fachhochschulen:

Für Studierende an Fachhochschulen gilt, dass die FH-Erhalter eine Studiengebühr von bis zu 363,36 Euro pro Semester einheben können. Dieser Betrag ist unabhängig von der Staatsbürgerschaft und der Studiendauer und wird von vielen Erhaltern (derzeit alle außer der FH Burgenland, der FH Oberösterreich, der FH JOANNEUM, dem BMLV und der FH Vorarlberg) eingehoben. Bei mehreren Studien an einer Fachhochschule und einer Universität ist der Studienbeitrag gegebenenfalls mehrfach zu entrichten. Das Studium an einer Fachhochschule ist kein Erlassungsgrund für das Zahlen von Studiengebühren an einer Universität.

Situation an Privatuniversitäten:

Die Rechtsverhältnisse zwischen Studierenden und der Privatuniversität sind privatrechtlicher Natur. Daher liegt es im Ermessen der Privatuniversitäten, die Höhe von Studiengebühren in den jeweiligen Ausbildungsverträgen festzusetzen.
Refundierung bei Mehrfachstudien

Studierende die mindestens zwei Studienrichtungen belegen und in all ihren Studienrichtungen im betreffenden Semester einen Leistungsnachweis von mindestens 15 ECTS-Punkten (8 ECTS Punkte für Doktoratsstudien) erbracht haben können beim Wissenschaftsministerium einen Antrag auf Refundierung der Studiengebühren stellen. Für den Leistungsnachweis zählen keine angerechneten Lehrveranstaltungen im Sinne des § 78 Universitätsgesetz 2002.

Den Antrag findest du unten.

Die Richtlinie auf deren Basis die Vergabe erfolgt findest du unten.

Ein Antrag auf Refundierung für das Wintersemester bis bis 30. April, für das Sommersemester bis 30. November zu stellen. Auf die Refundierung besteht kein Rechtsanspruch!