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Studierendensozialerhebung – Entwicklung der Studierendenzahlen:

Prinzipiell gibt es in Österreich vier institutionell abgegrenzte Hochschulsektoren: Öffentliche Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen, und pädagogische Hochschulen. Hier entsteht aber aktuell ein fünfter Sektor, nämlich der private Fachhochschulen Sektor.

Im Jahr 2003 studierten in Österreich keine 200.000 Personen, aktuell gibt es rund 300.000 Studierende. Die Steigerung in den Studierendenzahlen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in den letzten 20 Jahren viele Hochschulsektoren, wie zum Beispiel die Privathochschulen neu entstanden sind.
Seit der Einführung der Zugangsbeschränkungen durch die Schwarz-Blaue Bundesregierung 2019, gingen die Studierendenzahlen vor allem in den Sektoren der öffentlichen Hochschulen und der Pädagogischen Hochschulen nach jährlichen Steigerungen zum ersten Mal wieder zurück. Im Wintersemester 2018/19 wird ein Rückgang der Studierendenzahlen um etwa 5.600 Studierende (das sind in etwa 2%) verzeichnet. Im Wintersemester 2019/20 studierten nochmal rund 3.000 Personen weniger. Diese Zahlen zeigen, welche Auswirkungen Zugangsbeschränkungen für Personen haben, die gerade erst zu studieren beginnen wollen. Um das Traumstudium überhaupt studieren zu können, müssen jetzt in einigen Studienrichtungen Tests durchgeführt werden, die oftmals auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Der freie und offene Hochschulzugang, als Paradigma der großen Reform in den 1970er Jahren, sollte vor allem „bildungsferneren Schichten“ den Zugang zu den Hochschulen ermöglichen. Was jedoch seit 2002 sukzessive, und mit Schwarz-Blau zwei im Jahr 2019 verstärkt geschah, ist, den Zugang zu immer mehr Studiengängen, die stark nachgefragt werden zu erschweren. Anstatt also bestehende Hürden abzubauen und damit auch auf eine bessere soziale Durchmischung an den österreichischen Schulen hinzuarbeiten, werden den Studierenden zusätzliche Steine in den Weg gelegt! Es ist zu vermuten, dass so vor allem Studierende mit sozial schwächerer Herkunft von den Hochschulen ferngehalten werden. Deshalb stehen wir für einen freien und offenen Hochschulzugang. Jede_r muss die Chance haben, sein_ihr Traumstudium auch wirklich studieren zu können – egal von wo man kommt. Wir wollen keine zusätzlichen Hürden, die den Studierenden in den Weg gelegt werden, wir wollen eine Uni für alle!

Schon seit mehreren Jahren studieren an den österreichischen Hochschulen mehr Frauen als Männer. Trotzdem liegt Österreich mit 54% Frauenanteil und einem seit 10 Jahren steigenden Trend, unter dem europäischen Durchschnitt. Der Löwenanteil von Frauen im Hochschulsektor lässt sich vor allem in den Bereichen Gesundheit/Sozialwesen und Bildungswissenschaften finden. Vor allem an pädagogischen Hochschulen sind 4 von 5 Studierende weiblich. Technische Studien, wie etwa Informatik oder Ingenieurwesen werden aber nach wie vor in erster Linie den Männern überlassen. Was es also braucht, ist neben einer gezielten Frauenförderungen in den so genannten MINT-Studiengängen (MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auch eine Repräsentation von Frauen in den Führungspositionen in den Hochschulen! Je weiter man die Leiter der universitären Positionen nach oben steigt, desto weniger Frauen findet man vor. Genau diese gläserne Decke muss aufgebrochen werden. Der Anteil an Frauen im Hochschulsektor muss an jeder Stelle zu gleichen Teilen repräsentiert werden! Wir machen uns deswegen für eine aktive Frauen*förderung stark! Die gläserne Decke muss auf jeden Fall zerbrochen werden und Frauen* im universitären Alltag sichtbar gemacht werden!

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