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Frauen*, erobert die Hochschulen!

Seit über 100 Jahren sind Frauen* in Österreich zum Studium zugelassen – eine Eroberung der Hochschulen ist uns jedoch bis jetzt verwehrt geblieben. Je höher die Position, desto geringer der Frauen* -Anteil an Hochschulen. Von der Lohnschere werden Absolventinnen* nicht verschont, diskriminierende Strukturen sind noch längst nicht Geschichte.
Wir kämpfen für eine Hochschule, an der alle teilhaben können, und verstehen unseren feministischen Kampf als intersektional. Gleichstellung darf nicht nur innerhalb der Kategorie Geschlecht gedacht werden. Vielmehr müssen insbesondere auch Frauen* gefördert werden, die aufgrund anderer personenbezogener Merkmale auch innerhalb der Gruppe von Frauen* marginalisiert sind. Wir kämpfen für die Gleichstellung von Personen aus Nichtakademiker_innenfamilien, von Personen mit Migrationshintergrund, von BIPOC (Black, Indigenous and People of Color), von queeren und nicht-binären Personen.

Gender Pay Gap

In Österreich verdienen Frauen* durchnittlich 20% weniger als Männer*. Auch Studierende können hier nicht ausgeklammert werden. Laut einer Studie aus 2019, bei der über 10.000 Studierende zu ihren Gehaltserwartungen befragt wurden, zeigt sich schon im Studium, dass Frauen* durchschnittlich 6.000€ weniger Lohn erwarten als ihre männlichen Kollegen*. Erwerbstätige Studentinnen* verdienen laut Studierendensozialerhebung 2015 zusätzlich 10% weniger pro Arbeitsstunde.

Wir fordern:
• Die Offenlegung der Gehälter an Hochschulen
• Die Schließung der Lohnschere

Frauen*förderung

53% aller Studierenden sind Frauen*. Der Frauenanteil in den Geistes- und Kulturwissenschaften liegt sogar bei 71%, in den Ingenieurswissenschaften jedoch nur bei 29%. Der Anteil der drittmittelfinanzierten Mitarbeiterinnen liegt bei 39%, von Professor_innen sind gerade einmal 23% weiblich*. An technischen Universitäten beträgt der Professorinnenanteil 9%. Klassische Geschlechterbilder und patriarchale Strukturen sind Gründe für die sogenannte „Leaky Pipeline“, die Frauen strukturelle Barrieren in den Weg legen und eine wissenschaftliche Karriere verbauen.

Wir fordern:
• Verpflichtende Frauenquoten in den Fachbereichen
• Programme/Konzepte zur Jungwissenschafterinnen
förderung an allen Hochschulen und die Umsetzung dieser

Antisexistische Lehre und eine Stärkung der Anlaufstellen für Gleichbehandlung

Eine Studie des Instituts für höhere Studien untersuchte 2015 die Diskriminierungserfahrungen von Studierenden mit einem Schwerpunkt auf genderbezogener Diskriminierung. Dabei gaben 27 % der Studentinnen* an, schon mindestens einmal im Hochschulkontext diskriminiert worden zu sein, 10 % der Gesamtstichprobe führt das hauptsächlich auf ihr Geschlecht zurück. Insgesamt zählten zu den meist häufigen Übergriffen an Hochschulen verbale Angriffe oder zweideutige Witze (10 %), Zuschreibung von Unvermögen/Stereotypisierungen (10 %), Verwendung diskriminierender Sprache (8 %), Ungleichverteilung von Ressourcen (7 %) und körperliche Gewalt (1 %). Diskriminierungserfahrungen dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden! Es braucht unabhängige, bekannte Ansprechpartner_innen zu Antidiskriminierungs- und Gleichbehalndlungsthemen. Hochschulen müssen gewalt- und diskriminierungsfreie Räume werden!

Wir fordern:
• Verpflichtende Antisexismus Schulungen für Lehrende und Personal
• Verpflichtende Gender-Lehrveranstaltungen in jedem Studiengang
• Die Unabhängigkeit und Stärkung der Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen
• Einen Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (oder vergleichbares) an jeder Hochschule, nicht nur an öffentlichen Universitäten

Menstruation und Toiletten

Das schottische Parlament hat vor kurzem beschlossen, Menstruationsprodukte an öffentlichen Orten gratis zur Verfügung zu stellen. Davor waren Tampons und Binden schon an Schulen und Universitäten kostenfrei verfügbar. Wir fordern auch in Österreich die staatliche Finanzierung von Menstruationsartikeln an Hochschulen auch in Österreich – Wir bluten schließlich nicht freiwillig!

Wir fordern:
• Menstruationsartikel, die an allen Hochschulen frei zugänglich sind
Wir fordern außerdem:
• Den Ausbau von genderneutralen Toiletten und Wickeltischen, um Barrieren für trans*, nicht-binäre und genderqueere Studierende und Studierenden mit Kindern abzubauen

Frauen*, erobert die Hochschulen! Hoch der 8. März!

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