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600 Jahre Antiziganismus? (Dis-) Kontinuitäten in der Gewaltgeschichte gegen Sinti und Roma

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Die ÖH Bundesvertetung erstellt 2017 eine Broschüre zum Thema Antiziganismus. Diese wird am 15. Mai im Rahmen eines Vortrags einer der Autor_innen präsentiert.

Eine feindliche Einstellung gegenüber Roma und Sinti ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, nicht nur in der medialen Berichterstattung spiegeln sich antiziganistische Bilder wider, Gewalt gegen Sinti und Roma ist tagtägliche Realität. Trotzdem wird sie im deutschsprachigen Raum kaum thematisiert, bzw überhaupt als solches wahr genommen. Die fehlende Auseinandersetzung mit Rassismen und anderen abartigen Auswüchsen unserer Gesellschaft, ist in anbetracht des rassistischen Grundkonsens unserer Gesellschaft keine Überraschung. Allerdings gilt der Vorwurf der fehlenden Thematisierung von Antiziganismus auch großer Teile der antirassistisch Linken.
Antiziganistische Übergriffe können niemals als vereinzelte Taten verstanden werden, sondern müssen als Ausdrucksform einer Hass-Ideologie begriffen werden, dem Antiziganismus.

Das Referat für Menschenrechte und Gesellschaftspolitik

Am 15. Mai, 19:00, Universität für Angewandte Kunst, Oskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien.

VORTRAG MIT TOBIAS NEUBURGER
Bereits im ausgehenden Spätmittelalter, an der Schwelle zur
frühbürgerlichen Gesellschaft bildete sich der Antiziganismus mit seinen
schematisch-feststehenden Projektionsinhalten heraus. Damit verweist der
Antiziganismus zwar einerseits auf eine jahrhundertelange Geschichte, doch
dies sollte andererseits nicht dazu verleiten diesen als ahistorischen oder
"ewigen" Hass zu begreifen. Die antiziganistischen Semantiken waren im
Verlauf der Geschichte ebenso vielfältigen Metamorphosen und Wandlungen
unterworfen. Der Vortrag versucht einige dieser Transformationen zu
identifizieren und bietet auf diese Weise eine Einführung in die Geschichte
des Antiziganismus.

Tobias Neuburger promoviert an der Universität Innsbruck mit einer
kulturhistorischen Arbeit über die populärkulturelle Inszenierung des
Antiziganismus um 1900. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt
"Kompetent gegen Antiziganismus – in Geschichte und Gegenwart" der Stiftung
niedersächsische Gedenkstätten und Lehrbeauftragter an der Hochschule
Hannover.

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