29.1. En Garde! WKR-Ball anfechten.
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Am 29. Jänner findet zum 57. Mal der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Wiener Hofburg statt. Im WKR sind mehr als zwanzig lokale Studentenverbindungen organisiert, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegen. Der Ball ist mit etwa 2.000 Besucher_innen nach eigener Angabe das größte couleurstudentische Event im deutschsprachigen Raum. Neben Korporierten treffen sich dort auch Politiker_innen von FPÖ und BZÖ, sowie Funktionär_innen etlicher rechter und rechtsextremer europäischer Parteien. Es wird deutlich, dass Burschenschaften einmal mehr als Bindeglied zwischen der bürgerlichen Rechten und dem Rechtsextremismus fungieren. Es gilt dieses europaweite Treffen von Deutschnationalen, Rechtsparteien und offenen Rechtsextremist_innen zu skandalisieren und dem WKR-Ball entschieden entgegen zu treten.
Burschenschafter raus aus der Hofburg!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!
Demo gegen den rechtsextremen WKR-Ball
29.1.2010 – 18Uhr – Europaplatz/Wien
autonom-feministischer FrauenLesbenMädchen-Block gegen den WKR-Ball
gegen den WKR-Ball !
Bildet FrauenLesbenMädchenbanden überall!
Männerbünde angreifen - WKR–Ball unmöglich machen!
Treffpunkt: 29.1.2010, 18 Uhr, Europaplatz (Westbahnhof)
beim Transparent: „Lesbenbanden statt Männerbünde“
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Wir, autonome Feministinnen rufen alle FrauenLesbenMädchen zur Teilnahme auf!
Hintergrund
Der jährlich in der Hofburg stattfindende WKR-Ball, wird veranstaltet vom Wiener Korporationsring (WKR) dem 21 deutschnationale Burschenschaften angehören. Sie stehen für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung, haben ein extrem antisemitisches, homophobes, rassistisches und frauenfeindliches Weltbild und fungieren als Kaderstätte und Verbindungsglied zwischen legal organisiertem Rechtsextremismus und der militanten Neonaziszene. Am Ball treffen und vernetzen sich, neben Burschenschaftern, FPÖ-PolitikerInnen, ehemalige NSDAP-Mitglieder und Vertreter rechtsextremer Parteien aus Europa. Die FPÖ hilft den völkischen Burschenschaftern durch die Vermittlung einflussreicher Posten, die Erwirkung öffentlicher Förderungen und das Abdrehen missliebiger Staatsschutzberichte, sie vertreten deren politische Position und ihre Anliegen in der politischen Arena , oft mit Burschenschaftern selbst in hohen Partei- oder staatlichen Ämtern. Dadurch können
sie die Anliegen der Deutschnationalen in parlamentarische Foren tragen, ihre rechtsextremen Ansichten in der Bevölkerung verbreiten und tragen maßgeblich zu dem immer rechteren Klima bei.
Patriarchal und Frauenfeindlich
Deutschnationale Burschenschafter haben Werte wie der arische Bund und das deutsche Vaterland, für das sie das Leben des Einzelnen zu opfern bereit sind. Nicht–ArierInnen, Frauen und JüdInnen wird diese Opferbereitschaft, die Ehre, abgesprochen. Sie sind in Burschenschaften nicht zugelassen. Das traditionelle Machtgefüge könnte dadurch ins Wanken geraten und ihre BurschenHERRlichkeit den elitären Vorteil verlieren. Sie sind hierarchisch – organisierte Männerbünde und haben spezielle Umgangs- und Denkformen wie Ehre, Tapferkeit, Freundschaft, Treue, Gefolgschaft und Führung.
Frauen haben nach ihren Vorstellungen „still und schön“ zu sein und als Hausfrauen für zahlreiche Kinder für das „deutsche Volk“ zu sorgen und das Heim des Burschenschafters gemütlich zu machen.
„Weil der Deutsche wesentlich kriegerischer Natur ist, weil er Mann ist, weil er für die Freundschaft geboren ist, deshalb kann die Demokratie, die in ihrer letzten Konsequenz dazu führt, dass Weiber über Männer richten dürfen, niemals in Deutschland gedeihen.“
Burschenschafter arbeiten gegen Frauen, die nicht der patriarchalen Vorstellung von Weiblichkeit entsprechen, die sich politisch engagieren, studieren oder arbeiten. Sie sind für einen autoritären Machtstaat und mann-männliche Freundschaftsbünde. Ihre Vorstellung von Gesellschaftserneuerung sowie ihr Führungsanspruch geht mit Feindbildern einher, wie gegen JüdInnen, MigrantInnen, Frauen, Schwule und Lesben, Wehrdienstverweigerer und Menschen ohne akademische Ausbildung. Die Zulassung von Frauen an die Universitäten steht gegen ihre Ideologie von Universitäten als „Utopie der reinen Männergesellschaft“. Emanzipierte Frauen werden als Bedrohung und Konkurrenz empfunden, allein wenn sie nur die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Frage stellen und Forderungen nach besserer Ausbildung, Erwerbsarbeit und politischer Gleichstellung stellen.
Radikal – feministische Kritik
Als Feministinnen wehren wir uns mit allen Mitteln gegen die GewaltHERRschaft der männlichen Eliten und der kapitalistischen Klassengesellschaft. Wir wollen keine Gesellschaft aufbauend auf patriarchalen Werten, in der nur der Mann für gesellschaftliches und politisches Handeln verantwortlich ist und die Frau ausschließlich als Gebärmaschine dienen muss um den Erhalt der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu garantieren.
„Der Frau eigentliche Aufgabe für die deutsche Volksgemeinschaft ist und bleibt Geburt und Aufzucht von Kindern. Und da mindestens drei Kinder pro Familie zur Volkserhaltung notwendig sind… ist der Lebensmittelpunkt der Frau die Familie.“…Zitat des deutschen Neonazis, Michael Kühnen.
Eine Konsequenz ist ein Berufsverbot für Frauen:
„Eine der Ursachen zunehmender Disharmonie in den Familien ist sicher auch in der immer weiter um sich greifenden und geforderten außerhäuslichen Berufstätigkeit der Frau zu suchen.“…Zitat von Kriemhild Trattnig, Landesfrauenreferentin der FPÖ Kärnten.
Die patriarchale Familie kann grundsätzlich nicht zu einer Befreiung der Frau führen weil sie ein männliches HERRschaftsmodell ist, das die Frauen zu Kindern und unbezahlter Reproduktionsarbeit zwingt und allein Männer davon profitieren. Wobei die Berufstätigkeit keine Befreiung für die Frauen darstellen muss, sondern sie nur in die zweite Knechtschaft, nach der Familie, führt.
Der Kampf gegen ein Grundrecht der Frau, der Abtreibung, ist ebenso Teil der rechten Ideologie (und Praxis) als auch der Kampf gegen Empfängnisverhütung. Aus diesem Umfeld, bejubelt von klerikalfaschistischen „Lebensschützern“, spricht sich Ewald Stadler für eine Abschaffung und gesetzliche Bestrafung der Abtreibung aus, da sie ein Tötungsdelikt sei, fordert dass Frauen stattdessen die Kinder nach der Geburt zur Adoption freigeben sollten, und wirbt für ein 15.000 Euro Müttergeld, das bei der Geburt eines Kindes der Frau ausgezahlt werden soll. Burschenschafter hetzen besonders gegen Frauen mit Migrationshintergrund: Heraufbeschworen wird die Gefahr des „Aussterbens des deutschen Volkes“ aufgrund der nachlassenden Gebärbereitschaft „deutscher“ Frauen, bei gleichzeitigem Anwachsen der Geburtenrate von MigrantInnen. In der männlichen Weltordnung der Burschenschafter dienen wir Frauen nur als Schmuck und Stütze des Mannes. Frauen die selbstbestimmt, also
ihr eigenes, nicht durch einen Mann definiertes Leben leben oder gar aktiv in gesellschaftliche Prozesse eingreifen, sind in der patriarchalen Ordnung undenkbar und nicht vorgesehen. Nach Aussagen von Burschenschaftern sollte eine Frau "nicht versuchen aus dem althergebrachten Bild der Frau auszubrechen", "anlehnungsbedürftig" sein und sich "in erster Linie um die Familie kümmern"! Ganz zu schweigen von den Zuständen in den "ganz normalen" Familien und bei bierseligen Stammtischen, an denen das "gesunde Volksempfinden" und "Weiber an den Herd"- Parolen regieren.
Was wir wollen sind freie Frauen, wilde Mädchen, feministische Politik und feministische FrauenLesbenräume!
Für eine freie Gesellschaft und eine freie Welt!
Bildet Frauenbanden. Schafft Frauenräume!
Unsere Schönheit und Stärke liegt im gemeinsamen politischen Kampf!
Deshalb: gegen den Sexismus im Alltag und im Staat!
Raus aus der Isolation und rein in den autonom – feministischen FrauenLesbenMädchenblock !
Bildet FrauenLesbenMädchenbanden - Patriarchat, Kapitalismus, Nation und Imperialismus militant bekämpfen!
Rechtsextreme Männerbünde aufspüren und zerschlagen!
Für ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Lesbenfeindlichkeit, Homo- und Transphobie und Heterosexismus!
Für eine starke antifaschistische und feministische Bewegung hier und weltweit!
FÜR EINEN KÄMPFERISCHEN AUTONOM - FEMINISTISCHEN FRAUENMÄDCHENLESBENBLOCK!
11.-13.12. Feminismus und Kritische Theorie
Feminismus und Kritische Theorie
Wochenendseminar der Basisgruppe Politikwissenschaft
Einleitung
Gerne wird behauptet Feminismus sei gar nicht mehr notwendig, da die rechtliche Gleichstellung doch längst erfolgt sei - eine Behauptung die nicht selten auch von Frauen geäußert wird. Sicher, das eine oder andere könnte vielleicht noch verbessert werden, aber im Grossen und Ganzen sei Gleichberechtigung längst durchgesetzt. Auch ein Verweis auf die aktuell herrschenden groben Ungleichheiten (etwa unterschiedliche Gehälter, der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen, das asymmetrische Gewaltverhältnis, unterschiedliches Sprechverhalten, etc.) lassen die IdeologInnen des Status Quo kalt: ,,Aber es gibt doch auch Frauen die...'' werden strukturelle Probleme individualisiert. ,,Das liegt eben an den Hormonen'' (vorzugsweise dem Testosteron) wird das weibliche Schicksal biologisiert.
Der akademische Gender-Betrieb, der das Geschlechterverhältnis wissenschaftliche verwaltet findet darauf nur poststrukturalistische Antworten. Schuld an der ganzen Malaise sei ein diffuser ,,Diskurs'' oder eine noch diffusere (foucaultsche) ,,Macht''. Diese Ansätze mögen zwar gewisse gesellschaftliche Bewegungsformen erklären, können die immer noch bestehende Spaltung der Gesellschaft in ,,Männer'' und ,,Frauen'' aber letztlich nur auf archaische Relikte zurückführen.
Die Kritische Theorie ist die Antipode des Poststrukturalismus. Sie etablierte sich in den 1930er Jahren als radikale Gegenposition zur damals vorherrschenden Wissenschaft. Sie begreift Denken als grundsätzlich interessegeleitet und versucht, in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ideologiekritisch einzugreifen. Feminismus spielte in der ursprünglichen Kritischen Theorie praktisch keine Rolle. Dabei scheint gerade sie das nötige ,,Rüstzeug'' zu bieten, für eine umfassende, radikale (im Sinne von ,,etwas bei der Wurzel packen'') Analyse und Kritik des Geschlechterverhältnisses.
Etwa mit der marxschen Ideologiekritik, die scheinbare Naturverhältnisse als gesellschaftliche Verhältnisse entlarvt. Nicht unwichtig in einer Gesellschaft in der jede weibliche Regung oder Nichtregung mit Hormonen, Genen, Hirnhälften oder Regelblutungen erklärt wird.
Oder der Totalitätsbegriff, mit dem die Gesellschaft als Ganzes, statt als ein in unabhängige Subbereiche untergliedertes betrachtet wird. Gerade weil sich das Geschlechterverhältnis auch noch in jedes kleine Detail aller Gesellschaftsbereiche durchzieht, ist eine Analyse die von der gesellschaftlichen Totalität ausgeht notwendig.
Nicht zuletzt die prinzipielle dialektische Herangehensweise, scheint gerade in Verhältnissen die im Aufbruch begriffen sind, aber sich doch nicht von ihrem Ursprung lösen wollen, als ein Ansatz des Verstehens dieser irrationalen Spaltung in ,,Mann'' und ,,Frau'', sinnvoll.
Die Totalität der Gesellschaft ohne Geschlechterverhältnis begreifen zu wollen, heißt gar nichts zu begreifen.
Aufbau des Seminars
Im Seminar soll es insbesondere darum gehen die Dialektik der Aufklärung aus feministischer Perspektive zu lesen und zu diskutieren. Zentrale Aspekte und Konzepte feministischer Theorie zehren von den in der Dialektik der Aufklärung teils fragmentarisch dargestellten Theoriesträngen, indem sie sich daran abarbeiten und sie fortentwickeln. Vor allem auf die dargelegte Analyse der Dichotomie von Kultur und Natur, Geist und Materie soll in dem Wochenendseminar eingegangen werden, auf eine Dichotomie also, die auch dazu führte, dass ein bestimmtes Konstrukt des Weiblichen mit dem Schwachen/Naturhaften identifiziert wurde, während ein ebenso gesellschaftlich und herrschaftsmäßig zugerichtetes Bild von Männlichkeit als Repräsentant für Stärke/,,geläuterte Natur'' konzipiert ist.
Da die Dialektik der Aufklärung zwar gemessen an der Seitenzahl kein allzu umfangreiches Buch ist, in der Darstellung der darin versammelten Theoriekomponenten jedoch äußerst dicht ist, v.a. im Hinblick auf die erforderlichen Vorkenntnisse etwa in Erkenntnistheorie und Psychoanalyse, empfiehlt es sich, zwei Kapitel für die gemeinsame intensive Lektüre auszuwählen: Dies wären die beiden Exkurse im ersten Kapitel Odysseus oder Mythos und Aufklärung sowie Juliette oder Aufklärung und Moral, in denen an verschiedenen, in sich deutlich gegenderten Personae, die Grundthese des Buches durchgeführt wird, dass schon der Mythos Aufklärung ist und Aufklärung in Mythologie zurückschlägt. Begriffe wie Opfer und Entsagung, Einheit von mythischer Natur und aufgeklärter Naturbeherrschung, (männliche) Subjektkonstitution, Zwang zur Einheit/Identität, Dialektik von Gleichheit und Differenz sind in dieser Darstellung zentral.
Organisatorisches
Das Wochenendseminar wird vom 11.-13. Dezember 2009 in St.Radegund bei Graz (Steiermark) stattfinden. Anreise wird Freitag Nachmittag sein, Abreise Sonntag Nachmittag. Sowohl Anreise, als auch Unterkunft und Verpflegung werden von uns organisiert werden.
Vor dem Seminar wird es noch eine Vorbesprechung geben. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben.
Außerdem wird es einen Reader geben, der alle notwendigen Texte enthält.
Rückfragen und Anmeldung unter bagru.powi@gmx.at
13.11. Erstklassige Rechte, statt letztklassiges Gesetz!
Seit vielen Jahren kämpfen Lesben, Schwule und Transgender für die völlige rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung. Vor 20 Jahren führte Dänemark als erstes Land der Welt die Eingetragene Partner_innenschaft ein. Mittlerweile öffnen immer mehr europäische Länder die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Das Konzept des 21. Jahrhunderts muss daher lauten: Völlige Gleichstellung ohne Kompromisse! Wir sind mitten in der Gesellschaft und lassen uns nicht (länger) ins Besenkammerl verbannen!
Der nun in Österreich diskutierte Gesetzesentwurf ist kein Gesetz für Lesben, Schwule und Transgender. Viel mehr ist es ein Gesetz für die heterosexuelle, andere Lebensformen ausgrenzende, Norm der Gesellschaft. Dieses Gesetz ist kein Fortschritt, sondern beinhaltet massive Rückschritte. Es bestehen allein im Justizteil 34 Abweichungen vom Eherecht, zudem wird ein absolutes Verbot der Stiefkindadoption sowie der medizinisch unterstützten Fortpflanzung festgeschrieben. Welche Anpassungen in weiteren Gesetzen folgen werden, ist noch immer nicht bekannt. Feiern dürfen Lesben und Schwule ihre Partner_innenschaften nicht und werden vom Standesamt verbannt.
Uns reicht’s!
Du musst nicht heiraten wollen um für gleiche Rechte zu sein!
Wir fordern am 13. November die rechtliche Gleichstellung ein und rufen zur Kundgebung „Erstklassige Rechte statt ein letztklassiges Gesetz – vollständige Gleichstellung jetzt“, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Wir fordern gleiche Rechte und keine diskriminierenden Sondergesetze. Wir fordern die Bundesregierung auf, zu akzeptieren, dass wir keine Menschen zweiter Klasse sind. Wir fordern Gleichbehandlung und wollen, dass jede Liebe sich selbst feiern kann und jede Liebe die gleichen Rechte und Pflichten in Anspruch nehmen darf.
offizielle Homepage: http://www.erstklassigerechte.at
Petition: http://www.erstklassigerechte.at/news/petition
4.10. Zeitschrift Fiber lädt zur offenen Redaktionssitzung
zu Produktionsbeginn der fiber #16 zum Schwerpunkt "Dazwischen" lädt die_der werkstoff für feminismus und popkultur herzlich zur offenen Redaktionssitzung am Sonntag, 4. Oktober 2009 18:00 Uhr frauencafé Wien (8., Lange Gasse 11). Nähere Infos zum Schwerpunktthema findest du auf www.fibrig.net.
Auf dein Kommen freuen sich,
die fibretten
P.S.: Da an diesem Termin auch die Mampfwerkstatt im frauencafé kocht, ist neben anregenden Diskussionen und kühlen Getränken auch für hervorragendes Essen gesorgt!
30.9. 16h: Demo gegen Homo- und Transphobie in Serbien und überall
Am 20. September 2009 hätte in Belgrad die zweite Pride Parade seit den Attacken auf die Pride im Jahr 2001 stattfinden sollen. Aufgrund der erneuten Aufrufe von faschistischen Gruppen die Pride anzugreifen und der Erklärung der Polizei in letzter Minute, dass sie nicht für die Sicherheit der Teilnehmenden garantieren könne, mussten die Organisator_innen kurzfristig und zwangsläufig die Parade absagen.
Über Pläne von faschistischen Gruppen die Parade anzugreifen wurde schon vor Wochen in serbischen Medien berichtet. Es wurde dazu aufgerufen, die Parade mit allen Mitteln zu verhindern, Parade-Teilnehmer_innen Gewalt anzutun oder diese zu lynchen. Die Straßen der Stadt waren übersät von homophoben Graffitis, wie etwa „Wir werden euch kriegen!“ Zwar hat Serbien Gesetze gegen Hassreden, jedoch gab es zu keinem Zeitpunkt seitens staatlicher Autoritäten ausreichend Willen diese Drohungen im Vorfeld zu verfolgen. Stattdessen wurden derartige Aussagen als Form der Debatte und des Meinungsaustausches abgetan.
Weiter erscheinen die Bekundungen von staatlicher Seite, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, als bloße Rhetorik. So ignorierte die Polizei im Vorfeld die präventiven Maßnahmen und Sicherheitspläne, die in einer - extra von der Organisations-Gruppe in Auftrag gegebenen - Studie vorgeschlagen wurden.
Ein Tag vor der Parade teilte die Polizei mit, dass eine Parade in der Innenstadt zu gefährlich geworden sei und schlug vor, die Route an den Stadtrand, weitab von einer öffentlichen Wahrnehmung, zu verlegen – was von den Organisator_innen abgelehnt wurde. Dass zu diesem späten Zeitpunkt eine Verlegung der Pride versammlungsrechtlich nicht mehr möglich gewesen wäre, bleibt unerwähnt. Dadurch kommt der Eindruck zustande, dass letztendlich die Organisator_innen die Verantwortung für die nicht stattfindende Parade zu tragen hätten. Außerdem warnte die Polizei davor, falls das Orga-Team die Pride trotzdem stattfinden lassen würde, dass ihnen die Kosten für die zu erwartenden Schäden durch ultranationalistische Hooligans und faschistischen Gruppen angelastet werden wird.
Öffentliche Unterstützungserklärungen und Kritik an den serbischen Autoritäten reichten bis hin zum Europäischen Parlament: Anstatt für minorisierte Gruppen und Gleichberechtigung wurde ein Zeichen für den neo-faschistischen Mob gesetzt, indem es ihm überlassen wurde die Straßen zu kontrollieren.
Die Organisator_innen der Pride Parade sind nun dabei weitere Schritte zu überlegen. Sie fordern vor allem die staatlichen Behörden auf gegen die homophoben Kampagnen neofaschistischer Gruppen, hierzu zählen etwa die Gruppe “Obraz” oder “Srpski narodni pokret 1389“, Maßnahmen zu ergreifen.
Es soll ein Zeichen gegen das Verhalten des serbischen Staates gesetzt werden, der sich für grundlegende Menschenrechte offensichtlich nicht genug einsetzt. Ein Zeichen gegen Homophobie, gegen Faschismus, für Gleichberechtigung und das Recht sich sicher in den Straßen bewegen zu können.
Zur Bekundung unserer Solidarität soll eine Demonstration zur serbischen Botschaft stattfinden:
Soli-Demo für LGBTs aus Serbien - gegen Homo- & Transphobie
Wann? Mittwoch, dem 30. September 2009 um 16:00Wo? Museumsquartier / Marcus Omofuma Denkmal
Smash homophobia! Smash transphobia!
Solidarität mit LGBTs aus Serbien und überall
