23.11.2011

SexarbeiterInnen sind unter uns – Gegen Verdrängung, Entrechtung und Gewalt!


Im Sinne des 25.11. – dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – machen der Verein LEFÖ und die ÖH gemeinsam auf die prekäre Lage von SexarbeiterInnen aufmerksam. Mit einer Aktion vor der Universität Wien werden wir morgen darauf hinweisen, wie stark der Beruf der SexarbeiterIn stigmatisiert, diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.


Das neue Prostitutionsgesetz, wie es am 1. November 2011 in Wien in Kraft getreten ist, bedeutet eine weitere Verstärkung der ohnehin schon bestehenden Marginalisierung und Diskriminierung von SexarbeiterInnen. Die gesetzliche Regelung gibt nämlich nur mehr einige wenige Plätze für die Straßenprostitution frei, diese darf nicht mehr im Wohngebiet ausgeübt werden. Mit diesem Unsichtbar-Machen der Sexarbeit und deren Ausübenden kommt einmal mehr die gesellschaftliche und politische Doppelmoral in Österreich zum Ausdruck.

 Wir fordern daher:

  • Schutz vor Gewalt statt sozialer Isolation und Stigmatisierung
  • Verbotszonen abschaffen statt Gefahrenzonen durch Verdrängung schaffen
  • Rechtliche Gleichstellung mit anderen Erwerbstätigen

Gerade der aktuelle Diskurs zeigt einmal mehr, in welch beleidigender und herabwürdigender Art und Weise über SexarbeiterInnen gesprochen wird. Bei allen Diskussionen wird jedoch darauf vergessen, die SexarbeiterInnen selbst dazu zu befragen. Obwohl es seitens der politischen EntscheidungsträgerInnen anfänglich Bemühungen gab, SexarbeiterInnen in den Prozess der Neuregelung des Prostitutionsgesetzes einzubinden, wurde dann in letzter Konsequenz davon wieder Abstand genommen.

Nach wie vor ist es LEFÖ und der ÖH ein Anliegen in diesem Zusammenhang auf die bestehenden Menschenrechtsverletzungen, auf die institutionalisierte Doppelmoral und die gesellschaftliche Abwertung und rechtliche Diskriminierung von Sexarbeiterinnen aufmerksam zu machen.

Mit einem Unsichtbar-Machen der Sexarbeit und deren Ausübenden wird die Situation für SexarbeiterInnen nicht besser, sondern schlechter. Es braucht Rahmenbedingungen, die gutes und sicheres Arbeiten ermöglichen und die der Diversität und den Bedürfnissen von SexarbeiterInnen gerecht werden. Die Rechte von SexarbeiterInnen müssen dabei an erster Stelle stehen und der Selbstbestimmung der in der Sexarbeit tätigen Frauen, Männer, Transpersonen gerecht werden.

Dazu braucht es sichere Arbeitsplätze, die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit, Schutz vor Diskriminierung und Abwertung – auch im öffentlichen Raum.


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