11.9.2012

ÖH zu Education at a Glance: Jubel! Bildung in Österreich hat sich seit 17 Jahren nicht gravierend verschlechtert!


Soziale Ungerechtigkeit erfolgreich einzementiert


Anlässlich der Präsentation der Studien "Education at a Glance 2012" der OECD sowie "Bildung 2025" des WIFO kann sich die österreichische Regierung erfreut gegenseitig auf die Schultern klopfen: Die Bildungsausgaben sind gestiegen - auf das Niveau von 1995. Die AkademikerInnenquote ist gleich geblieben, und die Mobilität der österreichischen Studierenden ist schwach wie eh und je. Dass die österreichische Regierung weiter so tut, als wäre alles in Ordnung, ist Realitätsverweigerung.

Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam hält fest: "Die AkademikerInnenquote bleibt in Österreich bei 19%, während der OECD-Durchschnitt von 30% auf 31% gestiegen ist. Wenn das Ziel war, weiter Platz 28 von 34 zu verteidigen, dann kann die Regierung auf ihre Hochschulpolitik stolz sein. Eigentlich sollten aber alle Alarmglocken schrillen. Die Arbeitslosenstatistiken sprechen Bände: Während 2011 die Arbeitslosenquote für Geringqualifizierte bei 18% lag, waren nur 2% der AkademikerInnen arbeitslos. Somit zeigt sich deutlich: Der offene Hochschulzugang ermöglicht Beschäftigung auch in Zeiten der Krise. Denn die Sektoren, in denen die Beschäftigung weiter wächst, sind diejenigen, in welchen hohe Qualifikation erforderlich ist."

"Dass wir von einem offenen Hochschulzugang aber meilenweit entfernt sind, das zeigt die intergenerationale Mobilität: Nur 5% der jungen Menschen, deren Eltern lediglich einen Pflichtschulabschluss haben, erreichen einen akademischen Abschluss. Außerdem: Weit weniger junge Menschen als im OECD-Schnitt schaffen es in Österreich, ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern zu erreichen, und weit mehr bleiben unter diesem Bildungsniveau stecken als im OECD-Schnitt. Die Studie unterstreicht, was wir seit langem konstatieren: die soziale Durchlässigkeit im österreichischen Bildungssystem hat sich seit Jahrzehnten nicht verbessert. Das ist ein unfassbares Versagen der Politik", zeigt sich Wulz empört.

Wulz betont: "Unter diesen alarmierenden Vorzeichen muss die österreichische Regierung endlich Geld und neue Ideen in die Hand nehmen. Zweiteres haben wir ihr schon abgenommen, in Forum Hochschule sind viele Ideen zur Verbesserung des Hochschulwesens und der damit einhergehenden höheren Bildungsbeteiligung enthalten. Besonders wichtig ist es, den Hochschulsektor so rasch wie möglich ausbauen, das Stipendiensystem rundum zu erneuern und die Beratung zu verbessern. All das sind wichtige Schritte, um Kinder aus bildungsfernen Schichten endlich an die Hochschulen zu bringen."


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