6.9.2011

ÖH: Studienbeihilfen seit Jahren nicht an Inflation angepasst


An Studiengebühren ist nicht zu denken


"Anstatt Pläne über die Wiedereinführung von Studiengebühren zu schmieden, sollte die derzeitige finanzielle und soziale Lage der Studierenden endlich ernst genommen und danach gehandelt werden", so Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung. "Besonders erschreckend ist, dass das derzeitige Beihilfensystem seit Jahren nicht an die Inflation angepasst wurde. Das bedeutet, dass Studierende real mit immer weniger Geld auskommen müssen. Den erhöhten Ausgaben durch die Gebühren stehen seitens der Studierenden keine höheren, sondern real sogar sinkende Einnahmen gegenüber. Gebühren würden also lediglich die ohnehin prekäre Situation der Studierenden verschärfen", ergänzt Wulz.

"Die Beihilfen sind so niedrig, dass es sich für die meisten Studierenden ohne Arbeit nebenbei nicht mehr ausgeht. 60 Prozent der Studierenden müssen im Schnitt 20 Stunden pro Woche arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Im Europa-Vergleich müssen Studierende nur in der Slowakei noch mehr arbeiten, um sich ein Studium überhaupt leisten zu können. In Anbetracht dieser Tatsache an Studiengebühren als Einnahmequelle zu denken ist für uns nicht nachvollziehbar", erklärt Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam.

"Wie aus der Studierendensozialerhebung, sowie der Eurostudent-Studie bekannt ist, müssen Studierende mit Eltern mit niedrigem Bildungsniveau wesentlich mehr Stunden pro Woche arbeiten, als jene mit Eltern mit hohem Bildungsniveau. Für diese bleibt dann also besonders wenig Zeit für das Studium und es kommt automatisch zu einer längeren Studiendauer. Die derzeitige Ausgestaltung der finanziellen Unterstützung ist klar zu Ungunsten Studierender aus sozial benachteiligten Familien und reproduziert so bestehende Ungleichheiten", ergänzt Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH.

"Die von Rektorenchef Sünkel vorgeschlagene Sozialstiftung wäre eine Parallelstruktur zum schon bestehenden Studienfördergesetz. Anstatt Studiengebühren und eine solche Stiftung einzuführen, sollte das bestehende System reformiert und an die realen Probleme der Studierenden angepasst werden. Würde die Lebensrealität der Studierenden endlich ernst genommen werden, würde niemand mehr nach Studiengebühren rufen", so das Vorsitzteam abschließend.

 

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