11.10.2012

ÖH präsentiert Initiative für einen offenen Hochschulzugang: www.lasstunsstudieren.at


Zugangsbeschränkungen sind kein gesellschaftlicher Konsens


Die Österreichische HochschülerInnenschaft präsentierte heute Vormittag gemeinsam mit Johanna Zauner von der Bundesjugendvertretung und Alexandra Strickner von der Plattform „Wege aus der Krise“ eine Initiative für den offenen Hochschulzugang. „Wir wollen nicht warten bis es zu spät ist, sondern bereits jetzt eine kritische Gegenöffentlichkeit schaffen und uns gegen die aktuellen Entwicklungen stellen“, so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. „Zugangsbeschränkungen sind kein gesellschaftlicher Konsens. Wir werden uns weiter mit vereinten Kräften für einen freien und offenen Hochschulzugang einsetzen.“

Auch die Bundesjugendvertretung unterstützt die Initiative: „Junge Menschen haben ein Recht auf Bildung, jedoch werden ihnen immer mehr Steine in den Weg gelegt. Zugangsbeschränkungen treffen besonders junge Menschen aus sozial schwächeren Schichten und führen nur zu einer Verschärfung des selektiven Bildungssystems in Österreich! Die Bundesjugendvertretung fordert daher einen kostenlosen, freien und offenen Hochschulzugang auf allen Studienebenen. Das heißt, keine Zugangsbeschränkungen weder in den bereits bestehenden Fächern noch in neuen Studienrichtungen. Viele Probleme an den Universitäten, wie die unzureichende Finanzierung, würden auch durch Zugangsbeschränkungen nicht gelöst, aber eines erreichen sie mit Sicherheit: Unzähligen studierwilligen jungen Menschen wird die Tür zu Bildung vor der Nase zugeschlagen und das ist ein unverantwortlicher Schritt von der Politik“, so Zauner.

Darüber, dass einer offener Hochschulzugang finanzierbar ist, bestand bei der heutigen Pressekonferenz Einigkeit: „Die neuen Daten der Österreichischen Nationalbank bestätigen, dass Vermögen in Österreich extrem konzentriert ist. „Sozialstaat, öffentliche Bildungssyteme und Demokratie sind mit der propagierten „Schuldenkrise“ in ganz Europa einem radikalen Angriff ausgesetzt. Die Schuldenkrise entsteht in Wirklichkeit durch zu geringe Steuern auf Vermögen und Unternehmensgewinne. Das führt zu Vermögenskonzentration und Unterfinanzierung des Staates. Mehr denn je ist es Zeit für vermögensbezogene Steuern. Damit sind dann auch die dringend notwendigen Zukunftsinvestitionen in die Unis problemlos möglich. Das zivilgesellschaftliche Zukunfstbudget zeigt wie es geht“, so Alexandra Strickner, Obfrau von Attac Österreich


3 Kommentare
ad ein ÖH-BeitragszahlerStimmt nicht. Denn: "Wenn ich jahrelang einen Teil meines Einkommens spare, damit ich später finanziell abgesichert bin," ist schon mal falsch. Denn der allergrößte Teil privater Vermögen wird nicht "erspart", sondern vor allem geerbt (siehe aktuelle Vermögensstudie der ÖNB). Diese zu besteuern (Erbschaften sowie Vermögen) würde null Prozent "kontraproduktiv" sein. Zu 2Unternehmen ins Ausland wandern": Das ist schlicht und ergreifend falsch - wie folgende Metastudie zeigt (Metastudie = vergleicht alle Studien zu dem Thema, also komm mir nicht mit eine Studie beweist nix): www.google.at/url) Und zuletzt: Unter AkademikerInnen ist die Arbeitslosikgeit einfach am niedrigsten - egal ob in Österreich oder in Spanien. Die Heraufbeschwörung einer "Flut" an AbsolventInnen ist schlicht und ergreifend nur Panikmachen wie man sieht. Danke, bitte.
B111Offener Hochschulzugang bei den aktuellen Konditionen, verbessert für niemanden die Studienqualität. Bereits vor STEOP, gab es für viele Kurse Selektionsverfahren und zur Folge der überlaufenen Studien sind nun bereits Masterplätze von Eingangshürden betroffen. Was bedeutet euch mehr, Qualität oder Quantität?
ein ÖH-Beitragszahler"Die Schuldenkrise entsteht in Wirklichkeit durch zu geringe Steuern auf Vermögen und Unternehmensgewinne" - Geht bitte mal in einen BWL oder VWL-Kurs ihr weltfremden Illusionisten! Wenn ich jahrelang einen Teil meines Einkommens spare, damit ich später finanziell abgesichert bin, ist es extrem kontraproduktiv wenn dies durch Steuern verhindert wird. ad Unternehmensgewinne: Was bringt es euch, wenn Gewinne noch mehr als bisher besteuern wollt? In letzter Konsequenz werden die Unternehmen ins Ausland auswandern, es gibt weniger Arbeitsplätze, man benötigt weniger Fachpersonal und ihr könnt beantragen, dass die Uni zur Notschlafstelle wird. Zugangsbeschränkungen sind wichtig und richtig! Was bringen tausende Absolventen wenn es keine Arbeitsplätze gibt? PS an die Zensur: All jene Gruppierungen die Gleichberechtigung, Gleichstellung und auf ein Recht der freien Meinung pochen und dennoch Kommentare löschen, sind nicht viel mehr wert als die politischen Gegner die sie bekämpfen!


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