ÖH und UnterrichtspraktikantInnenvertretin kritisieren politischen Stillstand, eigenes ÖH Modell wurde präsentiert
Die ÖH thematisierte in der heutigen Pressekonferenz die Auswirkungen der angedachten LehrerInnen-Dienstrechtsreform auf Lehramtstudierende und JunglehrerInnen.
„Obwohl seit Jahren klar ist, dass es eine neue, zeitgemäße Ausbildung für PädagogInnen braucht, herrscht politischer Stillstand. Die dringend nötige Kooperation zwischen PHs und Unis wird – wie so oft, wenn kein Wille zur politischen Gestaltung da ist – in die Autonomie abgeschoben. Auch die Debatte über die Frage, ob LehrerInnen künftig einen Masterabschluss haben sollen, verärgert: Aus Panik vor einem LehrerInnenmangel an der Qualität der Ausbildung zu sparen ist schlicht unverständlich. Für uns steht außer Frage, dass alle PädagogInnen eine fünfjährige tertiäre Ausbildung haben müssen“, steht für Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH fest. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Dienstrecht und Ausbildung von LehrerInnen getrennt voneinander diskutiert werden. „Das ist absurd. Ohne zu wissen, welche Ausbildung PädagogInnen in Zukunft haben, können keine Stundenaufstockung und Bezahlungsschemata ausverhandelt werden. Noch dazu, ohne die angehenden LehrerInnen, also die Lehramts-Studierenden, die von den Neuerungen betroffen sind – in die Verhandlungen miteinzubeziehen. Hinzu kommt, dass die Verhandlungen extrem intransparent laufen und es damit schwer möglich ist, den Prozess mitzugestalten.“
Regina Bösch, Vertreterin der UnterrichtspraktikantInnen schilderte des Weiteren genauer die Probleme, die sich durch die derzeitige LehrerInnendienstrechtsnovelle stellen: „Ein großer Kritikpunkt sind die Pläne zur Erhöhung der Arbeitszeit. Um endlich eine sachliche Diskussion über eine Anhebung der Arbeitszeit von LehrerInnen führen zu können, ist es unerlässlich, dass im neuen Dienstrecht nicht nur die Unterrichtsverpflichtung gesetzlich geregelt wird, sondern die gesamte LehrerInnenarbeitszeit. Zum Thema Berufseinstieg ist zu kritisieren, dass das aktuelle Verhandlungspapier de facto eine volle Unterrichtsverpflichtung im Induktionsjahr für UnterrichtspraktikantInnen an AHS und BHS vorsieht und sich die derzeitige Situation für LehrerInnen im Pflichtschulbereich kaum bessern würde. Mit diesen drastischen und undurchdachten Maßnahmen versucht die Politik ganz klar, auf Grund des drohenden LehrerInnenmangels schneller neue PädagogInnen in vollem Stundenausmaß zu verpflichten. Eine derartige Erhöhung ist sehr problematisch, da viele den Berufseinstieg als ausgesprochen arbeitsintensiv und als belastend beschreiben. Gleichzeitig ist es auch eine besonders kritische Phase in der Laufbahn von PädagogInnen, die nachhaltig ihren Unterricht prägen – hier entscheidet sich, ob in alte Muster (z.B. veraltete Erziehungsmethoden und Frontalunterricht) zurückgefallen wird oder ob die in der Ausbildung erlernten Konzepte, die einen qualitativen Unterricht gewährleisten, auch übernommen werden.“
„Das Modell der ÖH-Bundesvertretung geht auf alle genannten Kritikpunkte ein und schafft ein allumfassendes Konzept, das den hohen Anforderungen an die PädagogInnenbildung gerecht wird“, so Tobias Dörler, Referent für pädagogische Angelegenheiten der ÖH Bundesvertretung. „Wir vertreten schon lange ein Modell, das eine durchgängige, fünfjährige tertiäre Ausbildung für alle PädagogInnen beinhaltet. Um hier mit Ländern wie Finnland, Deutschland, oder Frankreich gleichzuziehen, muss auch Österreich die Ausbildung auf 5-jährigem tertiärem Niveau ansiedeln. Das gilt auch für ElementarpädagogInnen, da Österreich einer der letzten fünf Staaten in Europa ist, der keine tertiäre Ausbildung für ElementarpädagogInnen vorsieht. Unserer Ansicht nach soll die Ausbildung zur Pädagogin/zum Pädagogen zukünftig aus einem Studium, bestehend aus zwei Studienabschnitten bestehen: einem Grundstudium und einem Vertiefungsstudium, an das eine einjährige Berufseinführung, begleitet von MentorInnen, anschließt. Die Absolvierung aller drei Elemente soll Voraussetzung dafür sein, unterrichten zu können.“
Das Modell, eine zusätzliche Medieninformation sowie das Positionspapier der „Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht“ finden Sie hier: http://www.oeh.ac.at/#/informationnews/presse/pressematerial/




