Arbeitsrechtliche Gleichstellung von Studierenden aus Drittstaaten dringend erforderlich
Die Österreichische HochschülerInnenschaft unterstützt die Ambitionen zur Gesetzesänderung im Fremdenrecht. Allerdings müssen die Erleichterungen nicht nur auf Bachelor- und DoktoratsabsolventInnen erweitert werden, sondern auch die anderen Hürden deutlich gesenkt werden, um Menschen zum Bleiben zu bewegen. "Wir berücksichtigen die Rot-Weiß-Rot Karte in unseren Beratungsangeboten an allen Hochschulen und in allen Broschüren zu dieser Thematik", so Peter Grabuschnig vom Vorsitzteam der ÖH. "Dass sie wenig in Anspruch genommen wird, liegt aus unserer Sicht nicht an mangelnder Information, sondern vor allem an der unfassbaren Ausformung der Rot-Weiß-Rot Karte. Gerade in der persönlichen Beratung wird schnell klar woran es hier wirklich scheitert: die Kriterien sind für viele einfach nicht erfüllbar."
Erstens haben Studierende aus Drittstaaten oft ein Problem, ihr Studium finanzieren zu können, da eine Beschäftigungsbewilligung nur für schlecht bezahlte Teilzeitarbeit, maximal 10 Stunden im Bachelorstudium, und auch dann erst nach immenser Bürokratie erteilt wird - das sind sehr oft nur geringfügige Beschäftigungen bis ca. 370 Euro", so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH. "Es muss es endlich eine arbeitsrechtliche Gleichstellung von Studierenden aus Drittstaaten erfolgen. So lange das nicht passiert, darf sich niemand wundern, warum StudienabsolventInnen oft nicht einmal hier bleiben wollen."
Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH betont, dass nur wenige StudienabsolventInnen wirklich mehr Chancen auf die Rot-Weiß-Rot Karte haben: "Es gibt zwar sogenannte "Erleichterungen" für StudienabsolventInnen, die die Rot-Weiß-Rot Karte beantragen wollen, aber: Erstens ist ein Masterabschluss für diese Erleichterung nötig, DissertantInnen und BachelorabsolventInnen einer "gut bezahlten Studienrichtung" werden nicht erfasst. Außerdem ist es realitätsfern anzunehmen, das es für StudienabsolventInnen ein Leichtes ist, ein Einstiegsgehalts von monatlich EUR 1903,50 nachweisen zu können."
"Die Kriterien, mit der die Rot-Weiß-Rot Karte "Schlüsselkräfte" definiert, sind auf 35-45-jährige ManagerInnen zugeschneidet, aber nicht darauf ausgelegt, junge, hochqualifizierte Menschen in Österreich zu behalten - was angesichts der immer wieder kritisierten niedrigen AkademikerInnenquote erschreckend ist", so Schott. "Leider muss man hinzufügen, dass die Rot-Weiß-Rot Karte nur ein kleines Puzzlestück im rassistischen Normalzustand Österreichs ist und deshalb auch viele, die bleiben könnten, sich dagegen entscheiden."




