5.10.2012

ÖH: Equal Pay - jetzt!


Hochschulen müssen Vorreiterinnen sein, nicht den gesellschaftlichen Gegebenheiten nachhinken


Am Samstag macht der Equal Pay Day darauf aufmerksam, dass Frauen in Österreich noch immer weniger verdienen als Männer. In der gleichen Position erhalten Frauen im Schnitt ein Viertel weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH dazu: "Frauen wie Männer sollten es sich nicht gefallen lassen, aufgrund ihres Geschlechtes anders behandelt zu werden. Ab Samstag arbeiten Frauen sozusagen gratis, während Männer, die die selbe Arbeit machen, bis Jahresende bezahlten werden. Das ist des 21. Jahrhunderts schlichtweg nicht würdig!"

"Die Hochschulen sind eine zentrale Drehscheibe dieses Missstandes: Erstens steigt das Einkommen mit der Ausbildung. Deshalb muss es oberste Priorität haben, dass auch in Studien die in einem hohen Einkommen resultieren, Frauen verstärkt anzutreffen sind. Im Fach Informatik hat die STEOP dazu geführt, dass im Wintersemester 2011 vier Frauen die STEOP abgeschlossen haben - und 60 Männer. Das ist absurd. Außerdem sinkt der Frauenanteil, je höher der wissenschaftliche Abschluss ist. Zweitens hat man das Gefühl, die Hochschulen selbst sind noch nicht in der Gegenwart angekommen: Die wissenschaftliche Karriereleiter hinaufzusteigen bleibt oft nur Männern vorbehalten. An Universitäten liegt der Frauenanteil bei den Studierenden bei 53,1 Prozent. Professorinnen machen hingegen nur mehr 20,6 Prozent aus, Rektorinnen gibt es überhaupt nur vier." Das ist aber nur ein Faktor, betont Gruber: "Gerade in Toppositionen der Privatwirtschaft, in denen Löhne individuell ausgehandelt werden, klafft der Gender Gap weit auseinander."

"Dass die Regierung jetzt Zugangsbeschränkungen einführen will, zeigt ihre komplette Ahnungslosigkeit was deren Auswirkungen angeht", so Gruber. Der Gender Gap bei den Übertrittsquoten (von Bachelor auf zugangsbeschränkte Master und vom Master auf Doktorat) geht immer weiter auseinander, das zeigt die aktuelle Studierenden-Sozialerhebung. Das ist auf offene und versteckte Zugangshürden zurückzuführen - wie man ganz klar beim EMS sieht. Deshalb fordert die ÖH ein Bekenntnis zur Gendergerechtigkeit: "Zugangsbeschränkungen wirken hier verheerend. Außerdem müssen die Universitäten es endlich schaffen, Frauen in Spitzenpositionen zu bringen. Überfällig ist es auch die Entdemokratisierung der Universitäten, die mit dem UG 02 stattgefunden hat, zurückzunehmen. Denn informellen Machtstrukturen haben noch jedes Mal zur Benachteiligung von Frauen geführt."


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